Vierte Corona-Welle: Deutschland erwägt Verlängerung der Unternehmensförderung bis März

Altmaier hat vorgeschlagen, die Beihilfen für Unternehmen bis 2022 zu verlängern, da die Tourismusbranche durch rekordhohe Fallzahlen bedroht ist. [EPA-EFE/CLEMENS BILAN]

Während Deutschland gegen die vierte Welle der Corona-Pandemie kämpft, sind die Aussichten für die kommende Urlaubssaison düster, was die Regierung dazu zwingt, eine Verlängerung der finanziellen Unterstützung für angeschlagene Unternehmen bis März 2022 zu erwägen.

Es wird erwartet, dass die deutsche Wirtschaft im Jahr 2021 um 2,6 % wachsen wird, ein bescheidener Aufschwung im Vergleich zum letzten Jahr, als die Regierungen in ganz Europa Lockdowns gegen die Bevölkerung verhängten, um die Ausbreitung der Corona-Pandemie einzudämmen.

Noch Ende Oktober nannte Wirtschaftsminister Peter Altmaier die Unterbrechung der Lieferkette und den Anstieg der Energiepreise als die Hauptfaktoren, die den Aufschwung des Landes bremsen.

Aber es gibt noch eine weitere Bedrohung: eine vierte Welle von Corona-Infektionen.

In einem Kommentar zu den Aussichten für das Wirtschaftswachstum in Europa am Donnerstag (11. November) bezeichnete EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni „einen deutlichen Anstieg der Corona-Fälle“ als eine große Bedrohung für die Wirtschaft.

Auf Nachfrage von EURACTIV erklärte Altmaier gegenüber Journalisten, er freue sich über jedes 0,1 %ige Wirtschaftswachstum, sei aber prognostisch nicht in der Lage zu sagen, wie sich die Lage entwickeln werde, da die deutsche Wirtschaft sich dem Dezember nähere und die Infektionen weiter ansteigen.

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Das Weihnachtsgeschäft ist für viele Unternehmen in Deutschland von entscheidender Bedeutung, wobei der Monat Dezember für den Einzelhandel traditionell der geschäftigste ist.

Da die Infektionszahlen in den letzten Wochen jedoch stetig gestiegen sind, hat die 7-Tages Inzidenz nun 300 Fälle pro 100.000 Einwohner erreicht (Stand: 15. November), was potentiell das Weihnachtsgeschäft gefährdet.

Auf die Frage, ob sich dies auf die Wirtschaftsleistung des Landes auswirken werde, sagte Altmaier, es sei noch nicht klar, “inwiefern die Kunden die Weihnachtseinkaufszeit in Anspruch nehmen“. Er zeigte sich jedoch optimistisch, dass dies möglich sei, wenn die Hygienemaßnahmen respektiert werden.

Altmaier kündigte außerdem an, dass er eine Ausweitung der staatlichen Unterstützung für Unternehmen vorgeschlagen habe, die mit den Auswirkungen der Pandemie zu kämpfen haben.

Unternehmen, die einen Umsatzrückgang von mehr als 30 % zu verzeichnen haben, können eine Unterstützung für feste Betriebskosten beantragen. Die großzügige staatliche Unterstützung hat der deutschen Wirtschaft geholfen, die Pandemie größtenteils zu überstehen.

Wenn sie nicht verlängert wird, läuft die Regelung Ende Dezember 2021 aus. Doch der Stichtag im Januar könnte sich angesichts der historisch hohen Fallzahlen in Deutschland als unrealistisch erweisen.

„Ich habe deutlich gemacht, dass ich es für sinnvoll halte, die Überbrückungshilfe III noch einmal zu verlängern“, erklärte Altmaier und wies darauf hin, dass sein Vorschlag, die staatliche Förderung bis Ende März 2022 zu verlängern, in der geschäftsführenden Regierung diskutiert werde.

[Bearbeitet von Frédéric Simon]

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