Vereinigung Cockpit kündigt 24-Stunden-Streik an

Demonstrierende Piloten der Vereinigung Cockpit. [Vereinigung Cockpit]

Die Tarifverhandlungen bei Ryanair laufen zäh. Mit einem 24-stündigen Streik am morgigen Mittwoch wollen die Piloten den Druck nun weiter erhöhen.

Ryanair ist nicht nur für billige Flugtickets bekannt, sondern auch für die Kehrseite: schlechte Arbeitsbedingungen für Piloten und Kabinenpersonal. Doch auch im Vergleich zu anderen Billigairlines schneiden die Iren schlecht ab. Das wollen sich die Beschäftigten nicht länger gefallen lassen. Vor einem Jahr haben sie angefangen, sich international zu organisieren. Ende 2017 gab es die ersten Gespräche zwischen Management und Gewerkschaften überhaupt, in der 32-jährigen Unternehmensgeschichte.

Doch die Verhandlungen laufen zäh. Immer wieder werfen sich die Parteien gegenseitig Verschleppung und Unaufrichtigkeit vor. Immer wieder werden Verhandlungen abgebrochen, kommt es zu neuen Streiks, werden neue Verhandlungen aufgenommen. Hoffnung kam zuletzt durch Einigungen mit den Piloten am Ryanair-Heimatstandort Irland sowie in Italien auf. Doch die taugte nicht als Blueprint für Deutschland, da die hiesigen Piloten kritisieren, dass in der irischen Einigung Konkretisierungen fehlen und in der italienischen die Regelungen zu Arbeitszeiten und Vergütung unzureichend geregelt seien.

„Trotz des deutlichen Zeichens durch den Streik Anfang August, herrscht immer noch Stillstand am Tariftisch. Wir erwarten endlich Lösungen“, sagt etwa Ingolf Schumacher, der für Tarifpolitik zuständige Vorsitzender der Vereinigung Cockpit (VC). Daher habe man das Ryanair-Management im September zu einer Schlichtung aufgefordert. Statt sich aber mit dieser Aufforderung auseinanderzusetzen, versuchte die Geschäftsleitung durch unkonkrete und inhaltslose Aussagen auf Zeit zu spielen, kritisierten die Piloten.

„Ein Stein ist ins Rollen gekommen, den Ryanair nicht aufhalten kann“

In der Vorweihnachtszeit führte Ryanair erstmals Gespräche mit Gewerkschaften. Nach wenigen Tagen wurden sie abgebrochen. Es kam zu Streiks. EURACTIV sprach mit dem Piloten Markus Wahl über die Entwicklung.

Ryanair bestehe auf einen irischen Schlichter, was aufgrund der fehlenden Rechtskenntnis nicht infrage käme. Schumacher: „Ryanair will mit ihrem Vorschlag offenbar ein Tarifdiktat durch die Hintertür erreichen. Das ist mit uns nicht zu machen.“

Daher soll nun ein weiterer 24-Stunden-Streik den Druck auf das Management erhöhen. Betroffen sind vor allem Reisende, die am morgigen Mittwoch in Deutschland starten wollen. Von 3.00 Uhr bis 3.00 Uhr am Folgetag soll die Arbeit niedergelegt werden. Bei der VC heißt es dazu, man „bedauert die Auswirkungen auf die betroffenen Passagiere. Diese mögen sich hinsichtlich ihrer geplanten Flugverbindungen bitte direkt an Ryanair wenden, da nur das Unternehmen selbst sagen kann, welche Flüge durchgeführt werden.“

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