US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, ab kommender Woche Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte zu verhängen.
Es bahnte sich an und bereitete vielen Europäern Sorgen. Nun wird es konkret: Für Stahl werde der Zoll bei 25 Prozent, für Aluminium bei zehn Prozent liegen, sagte Trump am gestrigen Donnerstag nach einem Treffen mit Branchenmanagern in Washington. Damit will er die heimische Stahl- und Aluminiumindustrie wieder aufbauen.
Zwischen China, den USA und der EU schwelt seit längerem ein Streit über die Stahlindustrie. Es gibt global Überkapazitäten und die drei Regionen versuchen sich durch den Schutz der eigenen Produktionsstätten Vorteile zu verschaffen. In der EU wird schon seit längerem über Schutzzölle gegen chinesische Importe diskutiert. Trump sieht die US-Branche im Welthandel benachteiligt. „Wir wollen freien, fairen und klugen Handel“, forderte er per Twitter vor dem Treffen im Weißen Haus.
Our Steel and Aluminum industries (and many others) have been decimated by decades of unfair trade and bad policy with countries from around the world. We must not let our country, companies and workers be taken advantage of any longer. We want free, fair and SMART TRADE!
— Donald J. Trump (@realDonaldTrump) March 1, 2018
Auch an der Wall Street schürte Trumps Ankündigung die Angst vor Handelskonflikten. Die US-Börsenbarometer rutschten deutlich ab. Die Aktien amerikanischer Stahlunternehmen legten dagegen kräftig zu. Die Kurse von europäischen Rivalen brachen ein.
Besonders groß ist die Sorge in Deutschland. Das Land ist aufgrund seines exportgetriebenen Wachstumsmodells besonders abhängig von äußeren Entwicklungen. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums hatte zuletzt angekündigt: „Wenn es tatsächlich zu US-Beschränkungen für unsere europäische Stahlunternehmen kommen wird, wird die EU hierauf angemessen reagieren.“
Die angekündigten Strafzölle haben nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) erhebliche Auswirkungen auf deutsche Unternehmen. Strafzölle in der vorgesehenen Höhe „kosten die deutsche Wirtschaft Millionen“, erklärte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.
Entsprechende Signale gingen dieser Tage vom informellen Rat der EU-Handelsminister aus, die klarstellten, dass Schutzzölle in den USA zu Gegenreaktionen führen würden. Die Kommission arbeitet bereits an einer Liste mit US-Produkten, die künftig künstlich verteuert werden könnten. Auch eine Klage vor dem WTO-Schiedsgericht wird offenbar in Erwägung gezogen.
Die Verhängung der Zölle dürfte die USA auch mit China auf Kollisionskurs bringen. Zwar machen chinesische Einfuhren nur zwei Prozent der US-Stahlimporte aus, aber die massive Überproduktion in China hat zum Einbruch der Weltmarktpreise geführt. Die Regierung in Peking hat bereits Gegenmaßnahmen angedeutet. So könnte sie Zölle auf Agrarimporte aus den USA erheben – etwa auf Sojabohnen, hier sind die USA der größte Anbieter.


