Trump plant Strafzölle auf französische Weine

Die USA importieren jährliche europäische Weine im Wert von 4,5 Milliarden Dollar. [Videnko/Shutterstock]

US-Präsident Donald Trump weitet die Liste der mit Strafzöllen belegten Produkte aus Europa aus. Nun sollen auch Weine aus Frankreich im Import teurer werden.

Wenige Tage nach seiner Rückkehr aus Frankreich hat US-Präsident Donald Trump mit Strafzöllen auf französische Weine gedroht. In einem Interview des Senders CNBC beklagte Trump am Montag, dass auf nach Frankreich exportierte Weine aus den USA höhere Zölle erhoben würden als umgekehrt. Dies sei „nicht fair, und wir werden etwas dagegen tun“.

In den USA gebe es ebenfalls „großartigen Wein“, betonte Trump. In der vergangenen Woche hatte er am Rande der Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron gesprochen.

Tatsächlich sind die EU-Zölle auf Wein aus den Vereinigten Staaten deutlich höher als umgekehrt. Nach Angaben des Wine Institute – einer Lobbyorganisation kalifornischer Winzer – liegen sie zwischen 0,11 und 0,29 Dollar pro Flasche. Umgekehrt erheben die USA auf Weine aus der Europäischen Union laut der US-Handelsbehörde USITC Zölle von nur 0,053 bis 0,127 Dollar pro Flasche.

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Die Importe von europäischen Weinen in die USA hatten 2017 den Angaben zufolge einen Wert von insgesamt 4,5 Milliarden Dollar. Umkehrt erreichten die Exporte von US-Wein in die EU nur einen deutlich geringeren Wert von 553 Millionen Dollar. Allerdings ist die EU der größte ausländische Abnehmer von Weinen aus den USA.

Trump hatte sich bereits im November darüber beschwert, dass Frankreich im Weinhandel unfair mit den USA umgehe. Allerdings erhebt nicht Frankreich die Zölle – die Importabgaben wie die Handelspolitik insgesamt liegen in der Zuständigkeit der EU-Kommission.

Die USA und die EU wollen demnächst in offizielle Verhandlungen über ein mögliches Handelsabkommen einsteigen. Allerdings will die EU-Kommission im Gegensatz zu Trump Agrarprodukte nicht in die Verhandlungen einbeziehen.

Trumps Lob auf die Qualität der US-Weine rührt übrigens nicht aus eigener Erfahrung – er trinkt keinen Alkohol.

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