Trump: EU „genauso schlimm wie China“

US-Präsident Donald Trump setzt seine Angriffe auf Europas Handelspolitik fort. [EPA-EFE]

US-Präsident Donald Trump hat seine Angriffe auf die Handelspolitik der EU fortgeführt: Im Welthandel sei „die Europäische Union wahrscheinlich genauso schlimm wie China – nur kleiner“, sagte Trump am Sonntag dem US-Sender Fox News.

Der Präsident beklagte, dass die EU im Handel mit den USA hohe Überschüsse erziele – und zugleich im Rahmen der Nato zu wenig für das Militär ausgebe.

„Wir geben in der Nato ein Vermögen aus, um sie zu schützen“, klagte Trump. „Es ist schrecklich, was sie mit uns machen.“ Persönlich habe er nichts gegen die EU: „Auf gewisse Weise lieben wir die EU“, sagte er. „Aber sie behandeln uns sehr ungerecht.“

Trump hat China wiederholt unfaire Handelspraktiken vorgeworfen. Länder wie China und Deutschland, die im Verhältnis zu den USA einen großen Handelsüberschuss verzeichnen, sind ihm ein besonderer Dorn im Auge.

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Heute Nachmittag beginnt in Kanada der Gipfel der G7. Die USA gibt sich bereits streitsüchtig, Frankreich und Kanada drohen, Trump zu isolieren. Wir eine gemeinsame Linie gefunden werden können?

Trump zielte erneut explizit auf Deutschland: „Sie schicken einen Mercedes herein, wir können unsere Autos nicht herein schicken“, sagte Trump.

Trump wettert bereits seit vielen Jahren gegen die starke Präsenz deutscher Autos auf den Straßen seines Landes. Immer wieder beklagte wie in Ende Juni im Bundesstaat Minnesota, dass Autos von Mercedes und BMW „zu Millionen hereinkommen“. Sie würden von den USA kaum mit Zöllen belegt, während umgekehrt die Zölle auf US-Autos in der EU „massiv“ seien.

Autos aus der EU werden in den USA bislang mit 2,5 Prozent Zöllen belegt, umgekehrt sind es für US-Automobile in der EU zehn Prozent. Allerdings erheben die USA 25 Prozent auf Lastwagen und Pick-ups, während diese in den EU mit durchschnittlich 14 Prozent belegt werden.

EU-Kommission kündigt Reaktion gegen Trumps Stahlzölle an

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström hat angekündigt, die EU werde „sofortige“ Ausgleichsmaßnahmen ergreifen, sollte US-Präsident Donald Trump ab Freitag Zölle oder Quoten auf europäische Metall-Exporte einführen.

Die USA erheben seit dem 1. Juni Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus Europa. Damit will Trump Arbeitsplätze im eigenen Land sichern. Die EU reagierte darauf mit Gegenzöllen auf US-Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro. Trump droht zudem mit Zöllen auch auf europäische Autos, die vor allem Hersteller aus Deutschland treffen würden. Auch mit China führt Trump einen Handelsstreit, in dem er ebenfalls auf Strafzölle setzt.

Die EU will den Handelskonflikt mit Trump entschärfen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker plant noch für diesen Monat eine Reise nach Washington, um über einen Ausweg aus dem Streit zu sprechen.

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