Die Einführung eines Trennbankensystems würde letztlich mehr Schaden verursachen als Nutzen bringen und gleichzeitig die propagierten Ziele nicht erreichen, meint Andreas Schmitz, Präsident des Bundesverbandes
deutscher Banken. EURACTIV.de dokumentiert sein Plädoyer für Universalbanken in Auszügen.
Die Idee eines Trennbankensystems hat in der Tat etwas Verführerisches an sich. Man trenne das Investmentbanking vom Retail-Banking, sorge also dafür, dass alles, was nach böser Zockerei klingt, vom Brot-und-Butter-Geschäft der Institute abgeschnitten wird und schon habe man eine Garantie dafür, dass Staat und Steuerzahler nicht wieder für Fehlkalkulationen und taumelnde Banken in Anspruch genommen werden.
Mit einem Trennbankensystem hätte man dann im günstigsten Fall zweierlei erreicht: ein insgesamt stabileres Finanzsystem und die Gewissheit, dass neuerliche Krisen nur in dem Bereich Schaden anrichten, in dem es der Wirtschaft und Gesellschaft nicht wehtut. Teile das Gute vom Bösen und schon wird alles besser und sicherer. So verführerisch und populär diese Ansicht auch sein mag, sie bleibt falsch. Warum? Weil es Wunschdenken ist.
Mehr Schaden als Nutzen
[…] Der Ruf nach einem Trennbankensystem als regulatorische Zauberformel signalsiert eine einfache Lösung. Allerdings trägt sie nicht zu einer Erhöhung der Finanzmarktstabilität bei und wäre mit erheblichen Nachteilen und Kosten insbesondere für die deutsche Exportwirtschaft verbunden. Die deutsche Wirtschaft braucht Universalbanken.
Die Einführung eines Trennbankensystems würde letztlich mehr Schaden verursachen als Nutzen bringen und gleichzeitig die propagierten Ziele nicht erreichen.
Die vollständige Rede von Andreas Schmitz, Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, anlässlich der Pressekonferenz am 19. April 2012 in Berlin steht
zum Download zur Verfügung.
Links
Bankenverband: Trennbankensystem schützt nicht vor Finanzkrisen (19. April 2012)
FES:
Gute Bank – Schlechte Bank. Kann ein Trennbankensystem Finanzkrisen verhindern? (März 2012)
