Studie: Wirtschaft in Deutschland bis 2050 schwächer als in Nigeria

Noch gehört Deutschland zu den führenden Volkswirtschaften. Einer Studie zufolge wird sich dies bis 2050 ändern [© Moritz Sirowatka (CC BY 2.0)]

Europa wird einer Studie zufolge in den kommenden Jahrzehnten deutlich an wirtschaftlichem Gewicht einbüßen. Deutschland werde demnach seinen Platz unter den größten Volkswirtschaften räumen – und weit hinter Nigeria und zahlreichen asiatischen Ländern landen.

Nigeria wird einer Studie zufolge in rund 35 Jahren als erstes afrikanisches Land eine stärkere Wirtschaftskraft besitzen als Deutschland.

Der Ölproduzent werde in den nächsten Jahrzehnten von Rang 20 zur neuntgrößten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen, ergab eine am Mittwoch vorgestellte Untersuchung der Beratungsgesellschaft PWC. Deutschland werde vom aktuellen Platz fünf bis 2050 auf Platz zehn fallen und sich als letztes Land Europas gerade noch in den Top Ten halten. „Unsere Prognose zeigt deutlich, dass Europa im weltweiten Vergleich weiter an wirtschaftlichem Gewicht verliert“, erklärte PWC-Deutschland-Chef Norbert Winkeljohann.

PWC sieht China 2014 knapp, 2030 deutlich und 2050 mit großem Abstand auf Platz eins. „Früher als von uns erwartet hat China die Vereinigten Staaten von ihrer Spitzenposition verdrängt“, erläuterte Winkeljohann. Bis 2050 müssten die USA dann auch noch Indien vorbeiziehen lassen.

Asiatische Länder wachsen besonders rasant

„Die Kraftzentren der Weltwirtschaft verschieben sich auch in Zukunft weiter nach Asien.“ Die Wirtschaftsleistung der Euro-Zone dürfte 2050 – unter optimistischen Annahmen – laut Studie etwa 1,5 bis zwei Prozent zulegen. Nigeria, Vietnam und die Philippinen hingegen seien dann mit einem durchschnittlichen Plus von 4,5 bis fünf Prozent „die dynamischsten Wachstumsregionen der Welt“.

Ungeachtet der Aufholjagd der Schwellenländer mahnte Winkeljohann: „Investoren sollten die reifen Volkswirtschaften in Nordamerika und Europa trotz der globalen Verschiebungen nicht einfach abschreiben.“ Denn die Studie zeige auch, dass das Durchschnittseinkommen in den Schwellenländern nur sehr langsam steige und 2050 etwa in China noch immer bei nur rund 40 Prozent des US-Niveaus liege.

Subscribe to our newsletters

Subscribe

Wissen was in Europas Hauptstädten passiert - abonnieren Sie jetzt unseren neuen 10 Uhr Newsletter.