Streik bei Ryanair – schon wieder

Ryanair-Flugbegleiterinnen am Flughafen Berlin-Schönefeld. [shutterstock/Cineberg]

Der irische Billigflieger Ryanair annulliert an diesem Freitag wegen Streiks in mehreren Ländern insgesamt 190 Flüge. Betroffen seien 30.000 von 450.000 Kunden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Die Streikwelle reißt offenbar nicht ab, da die Unternehmensführung weiterhin harte Kante gegen die Forderungen der Arbeitnehmer. Damit bringt die in Verruf geraten Airline mittlerweile nicht mehr nur die Piloten, sondern auch die Flugbegleiter gegen sich auf. So haben zu den Streiks am Freitag Flugbegleiter in sechs europäischen Ländern aufgerufen: in Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Italien, Spanien und Portugal.

Ein Zusammenschluss europäischer Gewerkschaften hatte den Streik vor knapp zwei Wochen angekündigt – damals in fünf Ländern. Nun fügte Ryanair Deutschland hinzu. Laut der Gewerkschaft Verdi, die die deutschen Flugbegleiter vertritt, sei das aber noch nicht klar, da die Tarifverhandlungen noch liefen.

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In der Vorweihnachtszeit führte Ryanair erstmals Gespräche mit Gewerkschaften. Nach wenigen Tagen wurden sie abgebrochen. Es kam zu Streiks. EURACTIV sprach mit dem Piloten Markus Wahl über die Entwicklung.

Piloten und Flugbegleiter agieren in der Auseinandersetzung seit gut einem Jahr international koordiniert. So konnte der Druck auf die Airline deutlich erhöht werden. Zuvor verweigerte das Management kategorisch Gespräche mit Gewerkschaften und konnte Arbeits- und Lohnstandards durchsetzen, die deutlich niedriger sind, als bei anderen Billigairlines. Das wollen die Beschäftigten nun nicht mehr akzeptieren.

Ryanair nannte die am Freitag geplanten Streiks „unnötig“. Nur eine „winzige Minderheit“ des Kabinenpersonals beteilige sich überhaupt daran, erklärte das Unternehmen.

In Italien unterzeichneten drei Flugbegleiter-Gewerkschaften am Dienstag einen Tarifvertrag mit Ryanair, wie die Airline mitteilte. Die Vereinbarung werde am 1. Oktober in Kraft treten. In den Streik treten werden am Freitag aber in Italien stationierte Flugbegleiter, die nicht diesen drei Gewerkschaften angehören.

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