Stimmung in britischer Finanzbranche fällt wie zuletzt 2008

Düstere Stimmung herrscht derzeit in den Bankentürmen Großbritanniens. [Foto: dpa]

Ein halbes Jahr nach dem Brexit-Referendum wird die Stimmung in der britischen Finanzbranche immer schlechter.

Das ergab die vierteljährliche Umfrage des Industrieverbandes CBI und der Beratungsfirma PwC unter 103 Finanzdienstleistern, die am Montag veröffentlicht wurde. Demnach schwand die Zuversicht in das Geschäftsumfeld im Land so stark wie seit Dezember 2008 nicht mehr, als die weltweite Finanzkrise grassierte. Der Rückgang dauert damit bereits das vierte Quartal in Folge an. 90 Prozent der befragten Banken erklärten die Vorbereitungen auf den Ausstieg Großbritanniens aus der EU zu ihrer größten Herausforderung.

Brexit: Goldman Sachs verlagert wohl Jobs nach Frankfurt

Die US-Investment-Bank Goldman Sachs erwägt einem Zeitungsbericht zufolge, wegen des Brexit bis zu 1000 Arbeitsplätze von London nach Frankfurt zu verlagern.

„Die Unsicherheit trägt zu dem geringen Optimismus bei, besonders bei den Banken“, sagte PwC-Experte Andrew Kail. Die Schweizer UBS und die britische HSBC haben bereits signalisiert, dass sie jeweils 1000 Arbeitsplätze von London abziehen könnten. Großbritanniens Premierministerin Theresa May hatte vorige Woche einen klaren Schnitt zur EU angekündigt. Internationale Geldhäuser, die bisher mit einem „EU-Pass“ von London aus Geschäfte in ganz Europa betreiben, brauchen dafür nach dem Brexit eine Tochter in der EU.

Der harte Brexit – Chance für die EU

Theresa May hat die Briten und ihre europäischen Partner auf einen harten Brexit eingeschworen. Das ist ein Erfolg der Einheit der EU-27 – und eine Chance für die zukünftige Zusammenarbeit, meint Nicolai von Ondarza.

 

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