Spanien fordert von der Europäische Kommission Durchbruch bei Mercosur-Verhandlungen

Berichten zufolge will die spanische Regierung Chinas wachsendem politischen und wirtschaftlichen Einfluss in den Mercosur-Ländern Grenzen setzen. [EFE / Ballesteros]

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hat die Europäische Kommission aufgefordert, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Fortschritte beim Mercosur-Abkommen voranzutreiben und ein „politisches Signal“ an China über das wirtschaftliche Engagement der EU in Lateinamerika zu senden, so El País.

Laut den von der Zeitung zitierten diplomatischen Quellen will die spanische Regierung den wachsenden politischen und wirtschaftlichen Einfluss Chinas in den Mercosur-Ländern Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay sowie in der gesamten lateinamerikanischen Region eindämmen.

In einem Brief an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag betonte Sánchez Berichten zufolge die „strategische Bedeutung“ Lateinamerikas für Europa, obwohl einige EU-Länder wie Frankreich nicht bereit sind, die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Blöcken zu stärken.

Während das Abkommen zwischen der EU und Mercosur derzeit auf Eis liegt, hat die EU in den letzten Jahren ihre wirtschaftlichen Beziehungen zu Ländern im asiatisch-pazifischen Raum durch die Unterzeichnung von Handelsabkommen mit Ländern wie Japan, Südkorea und Vietnam ausgebaut.

Die Verhandlungen mit dem Mercosur-Block wurden Mitte 2019 abgeschlossen und krönten eine gigantische Anstrengung, die sich über mehr als zwei Jahrzehnte erstreckte.

Mit dem Pakt, dem größten, den die EU bisher jemals ausgehandelt hat, soll Europa innerhalb von 10 Jahren Zugang zu einem Markt mit 265 Millionen Menschen erhalten und 90% der Zollschranken sollen schrittweise abgebaut werden.

Einige EU-Länder zögern jedoch mit dem Abschluss des Abkommens voranzuschreiten.

Frankreich und Deutschland haben ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Aspekte des Klimaschutzes geäußert, obwohl Paris offenbar mehr über die Zukunft seines mächtigen Agrarsektors besorgt zu sein scheint, sollten Handelshemmnisse für Produkte aus Lateinamerika aufgehoben werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte im vergangenen Jahr „erhebliche Zweifel“ an dem Abkommen, unter anderem angesichts des Ausmaßes der Abholzung in Lateinamerika.

Subscribe to our newsletters

Subscribe