Slowakische Zentralbank: Gasversorgung ist der Schlüssel zu niedriger Inflation

Die Verlangsamung der Wirtschaft wird durch die Schwierigkeiten der Exportindustrien aufgrund logistischer Probleme und durch den geringeren Verbrauch der Haushalte aufgrund der höheren Preise verstärkt. [Shutterstock/Andrey Lobachev]

Die Inflation in der Slowakei wird bis zum nächsten Jahr zweistellig bleiben, wenn die Regierung die steigenden Gaspreise nicht deckelt. Sollte Russland seine Gaslieferungen einstellen, wird die Inflation noch weiter steigen, so die Slowakische Nationalbank in einer neuen Prognose.

Die Prognose ist nicht optimistisch. Die Nationalbank war im März von einem Wirtschaftswachstum von 2,8 Prozent ausgegangen, doch die neue Prognose halbiert diesen Wert.

Die Verlangsamung der Wirtschaft wird durch die Schwierigkeiten der Exportindustrien aufgrund logistischer Probleme und durch den geringeren Verbrauch der Haushalte aufgrund der höheren Preise verstärkt.

Die Zentralbank rechnet jedoch nicht damit, dass die Wirtschaft im nächsten Jahr in eine Rezession abgleitet. Dies könnte sich ändern, wenn Russland die Gaslieferungen an die Slowakei einstellt.

Experten weisen auch darauf hin, dass die Inflation im nächsten Jahr niedriger ausfallen könnte, wenn die von Wirtschaftsminister Richard Sulík angekündigte Deckelung der Gaspreise in Kraft gesetzt wird.

Sulík kündigte kürzlich an, dass die Preise für Haushalte ab dem nächsten Jahr um 59 beziehungsweise um 34 Prozent steigen würden, wenn die Haushalte einen Vertrag mit einer Laufzeit von vier Jahren oder mehr abschließen. Die derzeitigen Marktsignale deuten auf einen Preisanstieg von 150 Prozent hin.

Es ist noch unklar, ob alle Endverbraucher die Rabatte erhalten werden und wie die Strategie für kleine und mittlere Unternehmen aussieht.

Nach Angaben der Zentralbank sind die Aussichten für den Lebensstandard in der Slowakei deutlich schlechter als in früheren Prognosen. Laut Gouverneur Petr Kažimír wird die einzige positive Nachricht die Arbeitslosigkeit sein, die in den nächsten drei Jahren bei etwa 6,5 Prozent bleiben dürfte.

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