EurActiv.de

Das führende Medium zur Europapolitik

06/12/2016

Silvio Berlusconi im Clinch mit der EZB

Finanzen und Wirtschaft

Silvio Berlusconi im Clinch mit der EZB

Stress für Silvio Berlusconi: Die EZB untersagt ihm die Großbeteiligung an einer italienischen Bank.

Foto: 360b / Shutterstock

Die Europäische Zentralbank hat Italiens Ex-Regierungschef die Großbeteiligung an einer italienischen Bank untersagt. Berlusconis Finanzholding will sich zur Wehr setzen.

Italiens früherer Regierungschef Silvio Berlusconi liegt im Clinch mit der EZB. Wie seine Finanzholding Fininvest bekanntgab, erklärt die Europäische Zentralbank (EZB) deren Großbeteiligung an der heimischen Banca Mediolanum für nicht zulässig. Fininvest kündigte umgehend an, sich dagegen zur Wehr zu setzen.

Mit ihrer Entscheidung springen die EZB-Bankenaufseher Italiens Notenbank zur Seite. Diese hatte die Berlusconi-Gesellschaft bereits 2014 angewiesen, ihren Anteil an Banca Mediolanum auf zehn Prozent zu kappen von derzeit rund 30 Prozent. Ein größeres Paket wollte die Bank von Italien Fininvest nicht zugestehen, weil Berlusconi wegen Steuerbetrugs rechtskräftig verurteilt worden ist. Fininvest klagte damals mit Erfolg gegen die Anweisung, die von einem Berufungsgericht gekippt wurde.

Dass sich nun die EZB in die Angelegenheit einschaltet, trifft Banca Mediolanum offenbar unerwartet. „Das kommt etwas überraschend“, erklärte Bankchef Massimo Doris und betonte, die Kapitalposition des Instituts bleibe intakt. Der Aktienkurs des Geldhauses notierte an der Mailänder Börse knapp ein Prozent im Minus und damit schwächer als der Gesamtmarkt.