Schäuble warnt Griechenland vor Verzicht auf IWF-Hilfen

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble warnt Griechenland.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble warnt Griechenland. [Metropolico.org/Flickr]

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat Griechenland gewarnt, die Beteiligung am Hilfsprogramm des IWF nicht in Frage zu stellen. Die Äußerungen von Ministerpräsident Tsipras zu den Hilfen seien „nicht im griechischen Interesse“.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die griechische Regierung davor gewarnt, die Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) an dem Hilfsprogramm für das Land in Frage zu stellen. Dies sei „nicht im griechischen Interesse“, sagte Schäuble am Dienstag nach dem Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel. Ministerpräsident Alexis Tsipras müsse die Vereinbarungen einhalten, die er im Sommer mit ausgehandelt habe.

Schäuble verwies dabei auf das deutsche Sprichwort mit dem Krug und dem Brunnen: „Man sollte nicht so lange zum Brunnen gehen, bis er bricht“, sagte er. „Das ist für den Krug nicht günstig.“

Tsipras hatte am Montag gesagt, er wolle auf die Unterstützung des IWF verzichten. Da sein Land durch eine Bankenrettung, die günstiger ausfiel als erwartet, nun weniger Geld aus dem Hilfsprogramm benötige, sei eine Finanzierung durch den IWF „nicht nötig“, sagte er dem Fernsehsender Et1. Zudem sei „die Position des IWF nicht konstruktiv“, weil er von Athen zugleich „härtere Reformen“ und Schuldentragfähigkeit verlange.

Griechenland hatte sich mit den internationalen Gläubigern nach schwierigen Verhandlungen im Sommer auf ein drittes Hilfsprogramm mit einem Volumen von bis zu 86 Milliarden Euro verständigt. 25 Milliarden Euro davon waren für die Rekapitalisierung der griechischen Banken reserviert. Davon werden nun aber lediglich 5,7 Milliarden Euro benötigt, weshalb die Griechenland-Rettung günstiger ausfallen würde. Der IWF will über eine Beteiligung an dem Hilfsprogramm erst im Januar endgültig entscheiden. Deutschland hatte diese aber immer gefordert.