Die Bundesregierung erwägt im Sommer neue Hilfen für Griechenland – ohne aber Schulden zu erlassen.
Ein Schuldenschnitt sei nicht geplant, bekräftigte das Bundesfinanzministerium am Wochenende. Es wies damit Überlegungen zurück, die nach einem "Spiegel"-Bericht in einem internen "Positionspapier Griechenland" auch einen Schuldenschnitt ins Auge fassen. Dieser würde vor allem die öffentlichen Kreditgeber des hoch verschuldeten Landes treffen.
Das Finanzministerium bereitet dem Magazin zufolge in dem Konzept ein drittes Griechenland-Hilfspaket vor, das noch vor der Europawahl im Mai angeboten werden könne. Erwähnt wird demnach auch Hilfe über den europäischen Rettungsfonds ESM, zudem könne sich das Land inzwischen auch wieder selbst Geld am Markt leihen. Das Paket soll ein Volumen von zehn bis 20 Milliarden Euro haben und an weitere Reformen geknüpft sein.
Schäuble selbst bezeichnete in der "Wirtschaftswoche" weitere Hilfszahlungen an Griechenland im Sommer nicht als hohes Risiko. "Es kann noch einen Restfinanzierungbedarf geben. Das haben wir schon mehrfach gesagt. Sicher ist, dass jede weitere Hilfe sehr viel weniger umfangreich wäre als die bisherigen Hilfen." Die Signale aus Griechenland seien zudem positiv: Griechenlands Außenminister Evangelos Venizelos "hat sogar gesagt, sie wollten gar kein weiteres Programm, sondern sie glauben, dass sie es auch so schaffen".
Griechenland wird seit 2010 mit Hilfen im Volumen von insgesamt 240 Milliarden Euro gestützt.
EURACTIV/rtr

