Griechenland könnte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zufolge weitere Hilfen in Höhe von elf Milliarden Euro benötigen. Von der SPD ins Spiel gebrachte, deutlich höhere Zahlen seien nicht nachvollziehbar und falsch.
Die Größenordnung von elf Milliarden Euro sei "nicht völlig unrealistisch", sagte Wolfgang Schäuble der "Passauer Neuen Presse" einem Vorabbericht zufolge. Es gehe auf jeden Fall um einen Bruchteil der Summe der bisherigen Rettungpakete.
Von der SPD ins Spiel gebrachte, deutlich höhere Zahlen seien nicht nachvollziehbar und falsch. "Man verwechselt Brutto und Netto", sagte Schäuble dem Blatt. Er betonte erneut, dass es für Griechenland keinen weiteren Schuldenschnitt geben werde. Es müsse damit aufgehört werden, aus Gründen der Wahltaktik immer neue Unsicherheiten zu erzeugen, forderte er.
Dem SPD-Haushaltsexperten Carsten Schneider zufolge ist die Finanzlücke Griechenlands deutlich größer als bislang bekannt. Der Bild-Zeitung gegenüber hatte er erklärt: "Zu den knapp elf Milliarden Euro bis 2015 kommt für den Zeitraum 2015 bis 2020 ein weiterer hoher zweistelliger Milliardenbetrag."
Die griechische Regierung selbst hatte ihren zusätzlichen Finanzbedarf in den Jahren 2014 und 2015 auf rund zehn Milliarden Euro beziffert. Unklar ist allerdings weiterhin, wie viel Geld das Land in den weiteren Jahren bis 2022 von seinen Euro-Partnern und dem IWF noch braucht, bevor es sich wieder vollständig am freien Kapitalmarkt Kredite besorgen kann.
"Finanzminister Schäuble muss die Zahlen schleunigst auf den Tisch legen", forderte Schneider. Die Lücke ergebe sich unter anderem aus der schwachen Wirtschaftsentwicklung und fehlender Erlöse aus der Privatisierung.
EURACTIV/rtr

