Ryanair und Lufthansa streiten sich über EU-Slot-Regelungen

Ryanair ist mit Easyjet wegen der Corona-Pandemie über die Slotregeln an Flughäfen aneinandergeraten [EPA-EFE/ANDY RAIN]

Zwei der größten europäischen Fluggesellschaften haben ihren Streit über die Umweltauswirkungen der europäischen Slot-Regelungen neu entfacht. Ryanair wirft der deutschen Lufthansa vor, Klimabedenken auszunutzen, um den Wettbewerb zu unterdrücken.

Die Lockerung der „use-it-or-lose-it“-Regel hat es den großen Fluggesellschaften ermöglicht, den Zugang zu den Flughäfen während der Corona-Krise trotz eines starken Rückgangs des Verkehrsaufkommens aufrechtzuerhalten. Low-Cost-Konkurrenten protestierten daraufhin diese Maßnahme, da sie ein erhöhtes Interesse haben, ihre Marktanteile zu erhöhen und sich auf einst überlasteten Flughäfen zu expandieren.

Dennoch sind auch Flag-Carrier wie etwa die Deutsche Lufthansa von den strengen Vorschriften für Start- und Landerechte betroffen. So musste beispielsweise die deutsche Fluggesellschaft im Winter immer noch Zehntausende Flüge durchführen, um ihre Start- und Landerechte nicht zu verlieren im Einklang mit den EU-Vorschriften zur Slot-Nutzung.

Dies führte zu einem Überschuss an Emissionen, wie der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa, Carsten Spohr, letzten Monat gegenüber einer Zeitung erklärte.

Weitere Lockerung von Slot-Regelungen für Airlines in der EU gefordert

Angesichts der andauernden Corona-Pandemie wächst der Druck auf die EU-Kommission, die Regeln für Start- und Landerechte für Fluggesellschaften weiter zu lockern.

Ryanair, Europas größter Billigflieger, wehrte sich am Mittwoch gegen diese Behauptung und sagte, dass Lufthansa versuche, ihre Konkurrenten im schon seit Monaten andauernden Streit um so genannte Geisterflüge zu verdrängen.

„Anstatt leere Flüge zu betreiben, nur um Slots zu blockieren, sollte Lufthansa die Sitze auf diesen Flügen zum Verkauf zu niedrigen Tarifen freigeben, um die deutschen und europäischen Steuerzahler:innen zu belohnen, die sie während der Corona-Krise mit Milliarden Euro subventioniert haben“, sagte Ryanair Group CEO Michael O’Leary in einer Erklärung.

Ein Sprecher der Lufthansa sagte, die deutsche Fluggesellschaft habe nie über Geisterflüge gesprochen. Spohr sagte der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung im Dezember, dass die Fluggesellschaft sogar noch mehr Flüge gestrichen hätte, wenn die EU nicht eingegriffen hätte.

„Worüber wir reden, ist die Harmonisierung der europäischen Ausnahmeregelungen für die Nutzung von Start- und Landerechten in den derzeitigen Winterflugplänen“, so der Sprecher.

Nach den EU-Flughafenregeln müssen die Fluggesellschaften mindestens 80 Prozent ihrer Start- und Landerechte nutzen, um sie im folgenden Jahr zu behalten. Die EU hat diese Regeln zu Beginn der Corona-Krise ausgesetzt, hat aber begonnen, sie teilweise wieder einzuführen, was die Besorgnis über Leerflüge angesichts der anhaltenden Pandemie wieder aufleben lässt.

Lufthansa hat in der Vergangenheit Billigflieger wie die irische Ryanair dafür kritisiert, dass sie Sitzplätze zu unangemessen niedrigen Preisen verkaufen und damit die Nachfrage und die Emissionen künstlich in die Höhe treiben. Ryanair wiederum hat die alten Fluggesellschaften aufgefordert, wettbewerbsfähiger zu werden.

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