Ryanair-Streik, die Zweite?

In Irland gibt es eine Einigung zwischen der Piloten-Gewerkschaft und Ryanair. [Mikel Ortega/Flickr]

Ryanair rechnet in den kommenden Monaten wegen Konflikten mit der Belegschaft mit Ausfällen im Flugverkehr.

Die irische Fluggesellschaft gilt als gewerkschaftsfeindlich. Ende letzten Jahres geriet sie jedoch erstmals in ihrer Geschichte unter spürbaren Druck, Gewerkschaften überhaupt zuzulassen. Zuvor hatte Druck auf die Beschäftigten ausgereicht, die Organisierung der Piloten und Flugbegleiter zu unterbinden. Im Dezember fanden Gespräche mit der Vereinigung Cockpit statt. Diese wurden aber rasch wieder beendet. In der Vorweihnachtszeit reagierten die Piloten mit einigen kleineren Streikaktionen. Offenbar ohne nennenswerten Erfolg, denn eine Annäherung gab es nicht. Jetzt könnte bald erneut gestreikt werden.

Weil sich die Gespräche über die Anerkennung von Gewerkschaften in die Länge zögen, könne es über Ostern und im Sommer zu Störungen kommen, sagte Konzernchef Michael O’Leary am heutigen Dienstag in Brüssel. Allerdings seien, so O´Leary, voraussichtlich vor allem Irland und Portugal betroffen. Dagegen sei in Spanien und Italien im kommenden Monat ein Abkommen zu erwarten. Zum Stand der Auseinandersetzung in Deutschland äußerte er sich nicht.

„Ein Stein ist ins Rollen gekommen, den Ryanair nicht aufhalten kann“

In der Vorweihnachtszeit führte Ryanair erstmals Gespräche mit Gewerkschaften. Nach wenigen Tagen wurden sie abgebrochen. Es kam zu Streiks. EURACTIV sprach mit dem Piloten Markus Wahl über die Entwicklung.

Europas größte Billigfluglinie hatte kurz vor Weihnachten erstmals Piloten-Gewerkschaften in mehreren europäischen Ländern anerkannt und damit in letzter Minute weitreichende Streiks abgewendet. Die Piloten kämpfen für bessere Arbeitsbedingungen und eine höhere Bezahlung.

Zugleich kündigte der Ryanair-Chef weiteres Wachstum an. “Einer der Vorteile der Anerkennung von Gewerkschaften ist, dass sich Frankreich und Skandinavien jetzt geöffnet haben”, sagte O’Leary. Deshalb sei vor allem dort mit Wachstum zu rechnen. Im Jahr 2020 wollen die Iren auf 170 bis 180 Millionen Passagiere jährlich kommen. Im bis Ende März laufenden Geschäftsjahr werden es voraussichtlich 130 Millionen sein. Angesichts der Wachstumsaussichten geht O’Leary davon aus, “so ziemlich alle” Optionen für den Kauf von Boeings 737 Max 200 auszuüben. Ryanair hat Kaufoptionen für 100 der Boeing-Jets, mit denen der Kerosinverbrauch gesenkt und die Zahl der Sitze erhöht werden soll.

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