Ryanair schließt Lauda-Stützpunkt in Wien

Eine Lauda-Maschine am Flughafen Wien Schwechat, die aufgrund der Corona-Maßnahmen am Boden bleiben musste. [CHRISTIAN BRUNA/EPA]

Der irische Billigflieger Ryanair macht den wichtigsten Stützpunkt seiner österreichischen Tochter Lauda in Wien dicht.

Mit der Schließung der Basis am kommenden Freitag (29. Mai) gingen gut 300 Arbeitsplätze für Piloten und Kabinenbesatzungen verloren, teilte Lauda am Freitag mit. Das Unternehmen wies die Verantwortung für das Aus der Gewerkschaft Vida zu.

Sie hatte ein Ultimatum von Ryanair-Chef Michael O’Leary verstreichen lassen, der im Zuge eines neuen Tarifvertrags Gehaltskürzungen gefordert hatte. Ein Großteil der Beschäftigten hätte der neuen Vereinbarung zugestimmt, erklärte Lauda.

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Der Gewerkschaft ging es vor allem um die niedrigen Löhne, die der neue Kollektivvertrag vorgesehen hatte: Das Basisgehalt für FlugbegleiterInnen wäre auf 848 Euro netto geschrumpft, das läge unter der Mindestsicherungs-Sozialleistung in Wien (917 Euro) und unter der aktuellen Schwelle für Armutsgefährdung (1.259 Euro). „Die Wirtschaftskammer und Ryanair sind die Totengräber von Löhnen, von denen man leben kann“, kritisiert Daniel Liebhart, vida-Vorsitzender des Fachbereichs Luftfahrt.

O’Leary hatte bereits Anfang Mai gewarnt, die Tochter in Wien zu schließen und deren Airbus-A320-Flugzeuge durch Boeing-Maschinen zu ersetzen. Lauda ist im Ryanair-Konzern die einzige, die Airbus fliegt. Am Montag hatte O’Leary gesagt, Lauda stehe vor einer “existenziellen Krise”.

Neben Wien betreibt Lauda auch Basen in Düsseldorf, Stuttgart und im spanischen Palma de Mallorca. Ryanair war bei der vom früheren Auto-Rennfahrer Niki Lauda gegründeten Fluggesellschaft 2018 eingestiegen und hatte sie im Januar 2019 ganz übernommen.

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