Ryanair lobt Gespräche mit Gewerkschaft

Ryanair liegt weiterhin mit seiner Belegschaft im Klinsch. [Mikel Ortega/Flickr]

Die Fluggesellschaft Ryanair hat erstmals in ihrer Geschichte Gespräche mit Vertretern von Pilotengewerkschaften geführt. Im Anschluss an das Treffen am Dienstagabend in Dublin erklärte die Billig-Airline, die Gespräche seien „positiv und erfolgreich“ verlaufen. Es handele sich um den „ersten Schritt“ im Verfahren zur Anerkennung der Gewerkschaften durch die Fluggesellschaft.

Die irische Pilotengewerkschaft Ialpa äußerte sich dagegen zurückhaltend. Ryanair habe sich bei dem Treffen nicht bereit erklärt, die Anerkennung schriftlich zu bestätigen. Gewerkschaftsvertreter überreichten Ryanair nach eigenen Angaben eine Reihe von Vorschlägen und forderteh eine Antwort bis Donnerstagmittag.

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Aus Angst vor Streiks zur Weihnachtszeit hatte Ryanair Ende vergangener Woche auf den Druck der Vereinigung Cockpit (VC) reagiert und zugesagt, erstmals in der 32-jährigen Unternehmensgeschichte Pilotengewerkschaften anzuerkennen. Daraufhin sagten Piloten in Irland, Portugal und Italien bereits angekündigte Streiks ab. In dieser Woche sind auch Gespräche mit Pilotenvertretern aus Deutschland und Portugal geplant.

Ingolf Schumacher von der VC warnt: „Sollte es sich bei den Verhandlungen nur um Scheingespräche handeln, die nur das Ziel haben, eventuelle Streiks bis nach Weihnachten zu verzögern, wird es eine klare Antwort der Piloten darauf geben. Zeitspiel ist mit uns nicht machbar!“

Unternehmenschef Michael O’Leary hatte es stets abgelehnt, Gewerkschaften als Vertreter seiner Beschäftigten anzuerkennen. In der bisherigen Unternehmensgeschichte gab es keinen Streik, obwohl die Airline für miserable Arbeitsverhältnisse bekannt ist – nicht nur bei den Piloten.

Im September musste Ryanair den Ausfall tausender Flüge bekanntgeben – offiziell, weil das Unternehmen bei der Planung der Jahresurlaube der Piloten Fehler gemacht hatte, laut Gewerkschaftsangaben aber auch, weil viele Piloten das Unternehmen wegen schlechter Bezahlung und schlechter Arbeitsbedingungen verlassen haben. Der Konkrurrent Norwegian hatte Piloten gesucht. Viele haben die Gelegenheit genutzt um Ryanair den Rücken zu kehren.

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