Ryanair: Einigung mit Pilotengewerkschaft in Irland

In Irland gibt es eine Einigung zwischen der Piloten-Gewerkschaft und Ryanair. [Mikel Ortega/Flickr]

Der Billigflieger Ryanair hat sich im Tarifstreit mit seinen Piloten in Irland geeinigt. Details sind noch nicht bekannt.

Nachdem die Piloten bei Ryanair sich erstmals international organisierten und so den Druck wegen schlechter Arbeitsbedingungen erhöhten, wurde im Mutterland des Konzerns die erste Einigung erreicht. So erklärte die Pilotengewerkschaft Forsa am Donnerstag, sie empfehle ihren Mitgliedern, die Vereinbarung per Urabstimmung anzunehmen. Damit ist es wahrscheinlich, dass zumindest in Irland die Kohlen bald aus dem Feuer geholt werden. Zu den Details der Einigung hätten beide Seiten Stillschweigen vereinbart, solange die Abstimmung der Beschäftigten läuft.

Ob auch in anderen Ländern Durchbrüche bevorstehen ist unklar. So verhandelt beispielsweise für die deutschen Piloten die Vereinigung Cockpit (VC). Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi vertritt die Interessen des Kabinenpersonals. Die bisherigen Treffen der Arbeitnehmer mit dem Management verliefen hierzulande allerdings ergebnislos. VC-Sprecher Janis Schmitt erklärte, die Gewerkschaft wolle zunächst die Details bewerten und dann entscheiden, wie es weitergeht.

„Ein Stein ist ins Rollen gekommen, den Ryanair nicht aufhalten kann“

In der Vorweihnachtszeit führte Ryanair erstmals Gespräche mit Gewerkschaften. Nach wenigen Tagen wurden sie abgebrochen. Es kam zu Streiks. EURACTIV sprach mit dem Piloten Markus Wahl über die Entwicklung.

Skeptisch äußerte sich die niederländische Pilotengewerkschaft VNV. Die Einigung der Iren sei auf Regeln zu Versetzungen und Beförderungen beschränkt. „Wir müssen die Details prüfen, aber bisher sehen wir in dieser Vereinbarung nicht viel, auf das wir aufbauen können, da wir andere Prioritäten haben“, erklärte VNV-Sprecher Joost van Doesburg.

Am Stammsitz in Dublin kam es nach 22 Stunden Verhandlung mit Hilfe eines Schlichters zu einem Kompromiss. Ryanair-Aktien stiegen in Reaktion auf den ersten Durchbruch im Tarifkonflikt um mehr als fünf Prozent. Während der zäh verlaufenden Gespräche war es in den vergangenen Monaten mehrmals zu Streiks und Flugausfällen gekommen. Einen Höhepunkt der Arbeitsniederlegungen gab es am 10. August, als Piloten aus Deutschland, Irland, Belgien, den Niederlanden und Schweden gleichzeitig einen Tag lang streikten. Davon waren 55.000 Passagiere betroffen, die meisten von ihnen in Deutschland.

Die Beschäftigten fordern höhere Bezahlung und Regeln zu anderen Konditionen, wie in Tarifverträgen üblich. Für den Billigflieger, der erst nach massiven Flugausfällen wegen Personalmangel im vergangenen Jahr von seiner gewerkschaftsfeindlichen Haltung abrückte, gerät das auf niedrigen Kosten beruhende Geschäftsmodell unter Druck.

Verdi verhandelt mit Ryanair

Im Konflikt über die Arbeitsbedingungen bei Ryanair nimmt die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Mittwoch Tarifverhandlungen für die Kabinenbeschäftigten auf.

Streik: Ryanair streicht 600 Flüge

Erstmals organisieren sich Ryanair-Piloten und Kabinenpersonal europaweit. Die gewerkschaftsfeindliche Airline zeigt sich unnachgiebig. Nun stehen die Zeichen auf Streik.

Subscribe to our newsletters

Subscribe

Wissen was in Europas Hauptstädten passiert - abonnieren Sie jetzt unseren neuen 10 Uhr Newsletter.