Rösler: „Anfang vom Ende der Krise“

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Foto: dpa

Laut Wirtschaftsminister Philipp Rösler ist die Talsohle der aktuellen Krise durchschritten. Nun gelte es erst recht, die Unabhängigkeit der EZB zu schützen. Ökonomen warnen derweil vor verfrühtem Optimismus.

Das Schlimmste in der Eurokrise liegt nach Auffassung von Bundeswirtschafsminister Philipp Rösler hinter uns. "Klar ist, auch wenn das noch nicht das Ende der Krise ist, so ist das doch ein guter Anfang vom Ende der Krise", so Rösler am Donnerstag (15. August) gegenüber dem Radiosender SWR 2.

Zum starken Preisanstieg bei Lebensmittel sagt Rösler: "Es ist in der Tat so, dass Inflation jetzt nicht das Problem ist". Man müsse jedoch wachsam bleiben. Die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank (EZB) sei der sicherste Garant für einen stabilen Geldwert. Deshalb müsse man bei allen Rettungsmaßnahmen auf europäischer Ebene darauf achten, dass die EZB nicht unter Druck komme. "Wenn man da versucht darauf einzuwirken – und das wird immer wieder mal versucht – dann geht das zulasten der Kleinsparer, der Verbraucherinnen und Verbraucher", warnte Rösler.

Längste Rezession der Euro-Zone zu Ende

Gestern veröffentlichte das Statistikamt Eurostat überraschend positive Konjunkturdaten insbesondere für die wirtschaftlichen Schwergewichte Deutschland und Frankreich. Demnach zog die Wirtschaft im Euro-Raum zum ersten Mal nach anderthalb Jahren wieder an. 

Das Bruttoinlandsprodukt stieg zwischen April und Juni insgesamt um 0,3 Prozent zum Vorquartal. Zu Jahresbeginn war die Wirtschaft noch um 0,3 Prozent geschrumpft.

Politiker und Ökonomen reagierten positiv, warnen jedoch vor verfrühter Euphorie: "Es ist noch zu früh, die Euro-Krise für beendet zu erklären", sagte EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Olli Rehn. Die Wirtschaft komme zwar langsam in Schwung, doch sei im zweiten Halbjahr nur eine gedämpfte Erholung zu erwarten. Besonders die hohe Arbeitslosigkeit in Krisenstaaten wie Griechenland stehe einem kräftigen Aufschwung im Weg.

Auch der Präsident des Essener RWI-Instituts, Christoph Schmidt, warnte vor übertriebenem Optimismus: "Wir müssen trotz der zu Ende gegangenen Rezession befürchten, dass der Euro-Zone eine lange Phase von niedrigen Wachstumsraten bevorsteht."

EURACTIV/rtr/pat

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