Griechenland
Die internationalen Geldgeber (Troika) fordern von Griechenland ein klares Bekenntnis zur Fortsetzung seiner Reformen. Die Zusicherung sei entscheidend für die Auszahlung der nächsten Kredit-Tranche von 8,1 Milliarden Euro, sagten mehrere Vertreter der Euro-Zone am Dienstag zu Reuters. Vor allem beim Umbau des Staatssektors, bei Privatisierung und der Reform des öffentlichen Dienstes, gebe es noch Defizite. Wirtschaftsminister Kostis Hatzidakis heizte stattdessen die regelmäßig wiederkehrende Debatte über einen zweiten Schuldenschnitt erneut an. Im Interview mit "Die Welt", forderte er mehr Solidarität von Deutschland.
Portugal
In Portugal ist Finanzminister Vitor Gaspar am Montag (1. Juli) wegen des schwindenden Rückhalts in der Bevölkerung für seinen Sparkurs zurückgetreten. Er gilt als Architekt der umstrittenen Sparmaßnahmen, die Portugal im Gegenzug für sein Hilfsprogramm im Volumen von 78 Milliarden Euro den Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds zugesagt hatte. Die Einschnitte haben zu wütenden Protesten geführt und das Land in die tiefste Wirtschaftskrise seit mehr als 40 Jahren gestürzt.
Auch nach dem Rücktritt Gaspars will Portugal an seinem Sparkurs festhalten. Die bisherige Finanz-Staatssektretärin Maria Luis de Albuquerque, eine sehr enge Vertraute Gaspars, wurde zur neuen Finanzministerin ernannt. Damit versucht die Regierung den Übergang zu erleichtern und die Glaubwürdigkeit Portugals im Ausland zu wahren.
