Portugal, Griechenland und Zypern im Fokus

Italien

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Italien aufgefordert, seine strukturellen Probleme in den Griff zu bekommen. "Die Wachstumsaussichten sind weiterhin schwach, die Arbeitslosigkeit ist inakzeptabel hoch und die Stimmung an den Märkten ist fragil. Die Aufgabe, die schwierigen Reformen umzusetzen, ist noch lange nicht erledigt", schreibt der IWF im aktuellen Länderbericht zu Italien. Auch Europa müsse seinen Anteil beisteuern mit Maßnahmen gegen die finanzielle Fragmentierung und für die weitere Stärkung der Währungsunion, heißt es im IWF-Bericht weiter.

Zypern

Der deutsche EZB-Direktor Jörg Asmussen droht Zypern mit dem Abbruch des internationalen Hilfsprogramms, sollte das Euro-Land weiterhin auf Änderungen pochen, berichtet "Die Welt" in ihrer Freitagsausgabe. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Zeitungsmeldung dementiert. Zypern bekommt von der Troika (IWF, EZB und EU-Kommission) zehn Milliarden Euro, allerdings unter der Voraussetzung, dass das Land erhebliche Sparanstrengungen und Reformen unternimmt. Ohne das Geld droht Zypern die Staatspleite.

Griechenland

Führende Wirtschaftsforscher in Deutschland warnen vor einem erneuten Schuldenschnitt für Griechenland. Das bringe das Land nicht weiter, sagte Clemens Fuest, Präsident des Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Freitag dem Deutschlandradio. Zunächst müssten die zugesagten Reformen umgesetzt werden. Auch der Wirtschaftsweise Peter Bofinger warnt vor den schweren Folgen eines Schuldenschnitts für Griechenland, Portugal oder andere Krisenländer der Euro-Zone. "Ein großer Schuldenschnitt hat das Potenzial, die ganze Währungsunion in die Luft zu sprengen", sagte das Mitglied des Sachverständigenrats für die Bundesregierung der "Berliner Zeitung".

Portugal

Portugal ringt weiter um einen Ausweg aus der Regierungskrise. Es sei ein Weg zur Fortsetzung einer stabilen Regierung unter Beteiligung des bisherigen Koalitionspartners CDS-PP gefunden worden, sagte Ministerpräsident Pedro Passos Coelho am Donnerstag nach einem Krisentreffen mit dem Staatspräsidenten. Details müssten allerdings noch geklärt werden.

Spanien

Für die spanische Industrie geht es seit fast zwei Jahren bergab. Die Produktion der Betriebe sank im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,3 Prozent, wie das Statistikamt am Freitag mitteilte. Damit drosselten die Firmen ihren Ausstoß bereits den 21. Monat in Folge. Positiv hingegen war der dritte Anstieg in Folge bei Herstellern von Investitionsgütern wie Maschinen und Anlagen.

Spanien steckt derzeit in einer tiefen Rezession. Die EU-Kommission sagt der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone auch in diesem Jahr ein Schrumpfen von 1,5 Prozent voraus.

Ungarn

Der japanische Konzern Panasonic schließt einem Medienbericht zufolge ein Solarzellen-Werk in Ungarn mit 500 Mitarbeitern und zieht seine Fertigung damit komplett aus Europa ab. Die Produktion in Ungarn ende im September, berichtete die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" am Freitag. Die dortigen Maschinen sollten in andere Werke gebracht werden. Panasonic hat noch je ein Solarzellen-Werk in Japan und in Malaysia.

EURACTIV/rtr/mka

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