EurActiv.de

Das führende Medium zur Europapolitik

17/01/2017

Paris: Keine Divergenzen mit Berlin in der Griechenland-Krise

Finanzen und Wirtschaft

Paris: Keine Divergenzen mit Berlin in der Griechenland-Krise

Der französische Premierminister Manuel Valls.

[Global Panorama/Flickr]

In der Krise um Griechenland hat der französische Premierminister Manuel Valls dem Eindruck widersprochen, es gebe dabei Divergenzen zwischen Paris und Berlin. Valls dementierte am Donnerstag im südfranzösischen Toulouse „ausdrücklich“ jegliche „Distanzierung“ zwischen den beiden Regierungen.

Manuel Valls rief die Griechen zugleich dazu auf, bei dem Referendum am Sonntag über die Reformforderungen der Gläubiger „mit offenen Augen abzustimmen“. Sie sollten „alle Konsequenzen“ eines möglichen „Nein“ bei der Abstimmung bedenken – bis hin zu einem Ausscheiden aus der Euro-Zone.

Mehrere französische Zeitungen hatten wegen des Umgangs mit Griechenland in dieser Woche über Meinungsverschiedenheiten zwischen Berlin und Paris berichtet. Die renommierte Tageszeitung „Le Monde“ schrieb in ihrer Ausgabe von Freitag, der Fall Griechenland belebe die „Spannungen“ zwischen beiden Seiten neu.

Hintergrund sind Äußerungen von Frankreichs Präsident François Hollande vom Mittwoch, der deutlich gemacht hatte, dass eine Einigung mit Athen „sofort“ gefunden werden müsse. Dagegen stellte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Bundestag klar, dass es vor dem Referendum am Sonntag keinerlei Verhandlungen mehr mit Athen geben werde.

Valls verwies nun darauf, dass die Verhandlungen aufgrund der griechischen Aufrufe abgebrochen worden seien, beim Referendum am Sonntag mit „Nein“ zu stimmen. Berlin und Paris stimmten sich in der Krise laufend ab. Noch nie sei die deutsch-französische Beziehung „so stark und so nützlich für Europa“ gewesen.