Panama Papers: Mossack Fonseca-Gründer festgenommen

Die Panamaische Kanzlei Mossack Fonseca Kriminelle und Diktatoren. [dpa]

Ermittler haben die Büros der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca durchsucht. Die Festnahme der Gründer soll im Zusammenhang mit dem sogenannten Odebrecht-Skandal in Südamerika stehen.

Die Eigentümer und Gründer der Kanzlei Mossack Fonseca sind in Panama festgenommen worden, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Auch die Büroäume der Firma wurden Medienberichten zufolge durchsucht. Panamas Generalstaatsanwältin Kenia Porcell nannte Mossack Fonseca eine „kriminelle Organisation“.

Hintergrund der Festnahmen ist laut Medien der sogenannte Lava-Jato-Skandal, bei dem es um  Korruption und Betrug in Milliardenhöhe geht. Der brasilianische Baukonzern Odebrecht soll jahrelang Politiker und Funktionäre geschmiert haben, um öffentliche Aufträge zu erhalten, wie die SZ weiter berichtet.

Panamas Präsident Juan Carlos Verla war von Ramón Fonseca beschuldigt worden, im Wahlkampf Spenden von Odebrecht erhalten zu haben. Verla wies dies zurück. Fonseca war ein persönlicher Berater und politischer Weggefährte Verlas.

„Büros in der EU müssen durchsucht werden“

Mit Blick auf die Festnahmen sagte der Europaabgeordnete Fabio De Masi (DIE LINKE): „Das begrüße ich. Es könnten dahinter jedoch auch interne Konflikte stehen, da MossFon Regierungspolitikern ebenso eine Verwicklung in die Odebrecht Affäre vorwarf und Panama um seine Reputation fürchtet. Aber die EU muss auch endlich gegen Geldwäsche und Steuersumpf durchgreifen. Das heißt, Gesetzeslücken zu schließen und das Strafrecht anzuwenden“, so De Masi.

„Die Europäische Bankenaufsicht hat bis heute dem Europäischen Parlament keine Übersicht von aufsichtsrechtlichen Ermittlungen gegen Banken im Zusammenhang mit den „Panama Papers“ gemeldet“, sagte De Masi weiter. „Die MossFon Büros in der EU müssen endlich durchsucht werden.“

Leak: "Panama-Papers" enthüllen Schwarzgeldnetzwerk von Spitzenpolitikern

Ein Recherche-Netzwerk aus NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung hat brisante Daten über die Finanzgeschäfte international bekannter Persönlichkeiten offengelegt. Die über ein Jahr in Zusammenarbeit mit internationalen Journalisten zusammen getragenen Berichte zeigen wie Spitzenpolitiker, Sportler und Kriminelle weltweit ihr Vermögen in rund 214.000 Briefkastenfirmen verschleiern.

Im vergangenen Jahr hatte die Veröffentlichung der „Panama Papers“ für Aufsehen gesorgt. Journalisten der SZ, des NDR und WDR enthüllten dabei ein Geflecht von Briefkastenfirmen von Politkern, Geschäftsleuten und Prominente, die ihr Geld in Panama parkten.  Die  Kanzlei Mossack Fonseca, gegründet von den deutschen Jürgen Mossack, stand dabei im Zentrum des Skandals. Sie gehört zu den großen internationalen Anbietern von Offshore-Firmen.

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