Oettinger lehnt Macrons Idee eines Euro-Finanzministers ab

Günther Oettinger [Foto: dpa]

EU-Kommissar Günther Oettinger hat dem französischen Vorschlag zur Schaffung eines Euro-Finanzministers eine Absage erteilt.

„Forderungen wie ein Euro-Finanzminister sind eher Träume“, sagte der CDU-Politiker am Montag in Berlin. Am Nachmittag wird der neue französische Präsident Emmanuel Macron zum Antrittsbesuch in Berlin erwartet.

Oettinger unterstützte aber dessen Forderungen nach einer Stärkung der Währungsunion. „Die Eurozone muss gefestigt werden, die Eurozone braucht eine kohärentere, gemeinsame Linie“, sagte er. Die EU-Kommission werde dazu in den nächsten Tagen Vorschläge vorlegen. Er erwarte, dass Macron zunächst Reformen in Frankreich selbst angehen werde.

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Seit Jahren verhandelt Emmanuel Macron mit der Bundesregierung über eine Reform der Euro-Zone. Nun liefern sich Union und SPD eine erbitterte Schlacht über die künftige Ausgestaltung der deutsch-französischen Zusammenarbeit.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier erwartet durch Macron keine Verschiebung im Wettbewerb zwischen Frankfurt und Paris um den wichtigsten kontinentalen Finanzstandort. Die Banken aus Großbritannien, die derzeit wegen des Brexit einen Umzug überlegten, suchten eher nach guten Rahmenbedingungen eines Standorts. Hier sei Frankfurt sehr gut aufgestellt. „Wir haben etwas, was andere so nicht haben“, sagte Bouffier. „Paris ist ein harter Konkurrent. Aber es ist weniger entscheidend, ob nun Macron oder wer auch immer dort regiert“, sagte der CDU-Politiker.

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