OECD: Euro-Länder können Sparkurs lockern

Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Die Industriestaaten-Organisation OECD hält eine Abkehr der Euro-Krisenländer vom harten Sparkurs für gerechtfertigt.

„Angesichts der bereits erreichten Fortschritte und der immer noch schwachen Konjunktur ist eine langsameres Tempo bei der Haushaltskonsolidierung angemessen“, schrieb die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Lohnsenkungen für Staatsdiener oder ein Stellenabbau im öffentlichen Dienst etwa sollten nur dann durchgesetzt werden, wenn damit auch die Effizienz der Verwaltung erhöht werde.

Nicht sparen sollen die Regierungen angesichts der Rekordarbeitslosigkeit in vielen Staaten der OECD zufolge an ihrer aktiven Arbeitsmarktpolitik. Die Ausgaben dafür sollten stabil bleiben oder sogar angehoben werden, um wieder mehr Menschen in Lohn und Brot zu bringen. Auf der anderen Seite könnten die Einnahmen erhöht und das Wachstum gesteigert werden, indem Steuervergünstigungen gestrichen werden. Einige davon – etwa im Gesundheitsbereich und bei der Kinderbetreuung – würden Gutverdiener bevorteilen.

Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hält die OECD angesichts der schwachen Konjunktur und niedriger Inflation für gerechtfertigt. Sie müsse noch „für einen längerem Zeitraum“ konjunkturstimulierend bleiben. Allerdings müssten auch die Risiken im Auge behalten werden, vor allem für die Finanzmärkte. „Es kann eine übermäßige Risikobereitschaft sowie Vermögenspreisblasen und Instabilität im Finanzsystem fördern“, warnte die Organisation. Setze sich die Konjunkturbelebung fort und schwinde die Deflationsgefahr, müsse die Geldpolitik schrittweise gestrafft werden.

Subscribe to our newsletters

Subscribe

Wissen was in Europas Hauptstädten passiert - abonnieren Sie jetzt unseren neuen 10 Uhr Newsletter.