Neuer Direktor der Europäischen Bankenaufsicht gewählt

Der Vorsitzende des ECON-Ausschusses, Roberto Gualtieri (L) und Jose Manuel Campa, der vorige Vorsitzende der Bankenaufsicht. [Olivier Hoslet/ epa]

Das EU-Parlament hat die Ernennung von François-Louis Michaud zum Exekutivdirektor der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) gebilligt.

343 Abgeordnete stimmten am Mittwoch in Brüssel für den Franzosen, 296 gegen ihn, 56 enthielten sich. Das Plenum der Volksvertretung setzt sich damit über die Empfehlung des eigenen Währungsausschusses hinweg, der eine Ablehnung des Kandidaten gefordert hatte.

Mit einer knappen Mehrheit von 24 zu 23 Stimmen und zehn Enthaltungen hatten sich die Ausschussmitglieder am Freitag gegen den vom Aufsichtsrat der EBA vorgeschlagenen Kandidaten ausgesprochen. Sozialdemokraten, Liberale und Grüne begründeten dies damit, dass der Aufsichtsrat nicht wie vom Parlament in einer Entschließung vergangenes Jahr gefordert eine Kandidatenliste mit mindestens einer Frau und einem Mann vorgelegt hatte.

Der Grünen-Abgeordnete Sven Giegold bezeichnete das Votum nun als „Niederlage im Kampf für Geschlechterparität in EU-Spitzenpositionen im Finanzbereich“. „Da unsere Ablehnung auf rein formalen Gründen beruhte, die nichts mit dem Kandidaten zu tun haben, gratulieren wir Francois-Louis Michaud zu seiner heutigen Zustimmung und freuen uns auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit ihm als EBA-Exekutivdirektor“, fügte Giegold hinzu.

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Die EBA war seit vergangenem September auf der Suche nach einem neuen Chef, nachdem ihr bisheriger Vorsitzender, der Ungar Adam Farkas, zu einem einflussreichen Bankenverband gewechselt war. Die Entscheidung und der fehlende Einspruch der EBA dagegen hatte für viel Kritik gesorgt.

Einen ersten Kandidaten für Farkas‘ Nachfolge, den Iren Gerry Cross, hatte das Parlament im Januar wegen seiner Vergangenheit als Lobbyist abgelehnt. Das Fehlen einer Frau auf der Kandidatenliste war von den Abgeordneten bereits damals moniert worden.

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