Nach Air Berlin-Pleite: Verbraucherschützer fordern Insolvenzschutz

Nach der Pleite beginnen nun die Verhandlungen um die soziale Abfederung der Beschäftigten. [shutterstock]

Nach aktuellen EU-Regeln schauen laut Verbraucherschutzzentrum Selbstbucher in die Röhre. Nur wer eine Pauschalreise gebucht hat, erhält Anspruch auf Ersatz.

Das Europäische Verbraucherschutzzentrum kritisierte nach der Insolvenz des zweitgrößten deutschen Fluganbieters, Air Berlin, die EU-Pauschalreiserichtlinie. Diese zwinge Reiseveranstalter im Falle einer Fluganullierung, für Ersatz zu sorgen. Wer Flüge selbst gesucht und bei der Airline gebucht hat, erhält einen solchen Anspruch nicht.

Bernd Krieger, Leiter des Europäischen Verbraucherschutzzentrums Deutschland: „Es wird endlich Zeit, dass der Verbraucherschutz, der seit 30 Jahren für Pauschalreisen eine Selbstverständlichkeit ist, auch auf einzeln gebuchte Flüge ausgedehnt wird. Es kann nicht sein, dass Verbraucher die Fehler der Misswirtschaft der Airlines selbst ausbaden müssen.“

Verbraucherschützer starten Kampagne gegen VW

Verbrauchervereinigungen haben gestern eine Kampagne in vier EU-Staaten gestartet, um vom Volkswagen-Abgasskandal betroffene Kunden zu Sammelklagen gegen den Autobauer zu bewegen.

Reisenden empfehlen die Verbraucherschützer, nicht voreilig zu stornieren. Der Ticketpreis könne dann nicht zurückverlangt werden. Und schließlich soll der Flugverkehr ja dank des 150 Milliarden-Bundeskredites zumindest in den nächsten Monaten aufrecht erhalten bleiben.

Für den Fall von Annullierungen wird darauf hingewiesen, dass die EU-Fluggastrechte auch im Falle einer Insolvenz Gültigkeit behalten. Es besteht daher Anspruch auf Entschädigung. Allerdings, so das Verbraucherschutzzentrum, sollten sich Verbraucher darauf einstellen, dass es „von nun an schwer wird, Geld zurückzubekommen“. Der Verfahrensablauf sei noch ungeklärt und Kunden insolventer Airlines gingen leider oft leer aus.