Moscovici macht sich „keine Sorgen“ über Marktschwankungen

Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici während der Präsentation der Wirtschaftsprognosen am Mittwoch. [European Commission]

EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici hat erklärt, er mache sich keine Sorgen über Marktschwankungen. Die Kommission korrigierte ihre Wachstumsprognose für 2018 auf 2,3 Prozent nach oben.

Bei der Vorstellung der Winter-Wirtschaftsprognose der Kommission merkte Moscovici an, die US-Märkte seien in den vergangenen 18 Monaten sehr stark gewesen –  „manchmal vielleicht ein bisschen zu stark.“ Er erklärte: „Wir sehen, dass Investoren Risiken neu bewerten.“

Diese Marktschwankungen hätten aber keine Auswirkungen auf die positiven Erwartungen der Kommission für die europäische Wirtschaft. „Ich mache mir ehrlich gesagt keine Sorgen,“ so der Kommissar.

Trotz Moscovicis zuversichtlicher Haltung: Der Bericht seines Teams warnt vor einer „starken Korrektur der Finanzmärkte”, die eine der Hauptrisiken für die europäische Wirtschaft sei. Eine solche Korrektur könne beispielsweise durch eine Verschärfung der US-Geldpolitik ausgelöst werden, wenn diese früher als erwartet kommen sollte.

Tatsächlich gibt es weltweit Befürchtungen und Warnungen vor den Risiken neuer Vermögensblasen. Investoren, Finanzexperten und -institutionen weisen darauf hin, dass die Überbewertung einiger Anlagen in Kombination mit den bisher moderaten Marktschwankungen ein Zeichen dafür sein könnten, dass der nächste Krach bevorsteht.

Auch beim Weltwirtschaftsforum in Davos war gewarnt worden, das Risiko einer neuen Wirtschaftskrise sei in den kommenden zwei bis drei Jahren sehr real.

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In ihrem aktuellen Bericht schreibt auch die Kommission, dass die globalen Finanzmärkte bei einer Neubewertung der Risiken „anfällig“ sein könnten. Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), versuchte am Montag allerdings, diese Befürchtungen zu beschwichtigen. Es gebe „wenig Hinweise darauf, dass allgemeine Ungleichgewichte entstehen.“ In seiner Rede vor dem Europäischen Parlament sagte er deutlich: „Es gibt keinerlei Belege für systemische, mit Krediten befeuerte Blasen.“

Positive Aussichten

Insgesamt glaubt auch die EU-Kommission, dass die Risiken „weitgehend ausgeglichen“ sind. Deswegen könne man positive Voraussagen für die Eurozone sowie für die gesamte EU geben.

Die Kommission verwies zur Begründung für ihre Wachstumsprognosen auf die Wirtschaftsaktivitäten im zweiten Halbjahr 2017, die stärker ausgefallen waren als vorher angenommen. Indikatoren wiesen darauf hin, dass sich der Trend auch 2018 fortsetzen wird.

Die europäische Wirtschaft „scheint bereit, mit solider Geschwindigkeit weiter zu wachsen,“ so der Bericht. Dies geschehe auch dank wachsender Verbraucherausgaben aufgrund von robuster Arrbeitsplatzschaffung und günstigen Investitionsbedingungen.

Darüber hinaus erwartet die EU-Exekutive auch für die meisten EU-Staaten Wachstum, allen voran Polen (4,2 Prozent), Spanien (2,6 Prozent) und Deutschland (2,3 Prozent).

Die Inflation innerhalb der Eurozone werde leicht ansteigen und bei 1,5 Prozent liegen – was allerdings immer noch unterhalb des EZB-Ziels von zwei Prozent wäre.

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