Möglicher Tanker-Angriff zeigt die Unsicherheit auf den Ölmärkten

Zwei Tanker waren am Donnerstagmorgen bei Angriffen im Golf von Oman beschädigt worden. [Domenic Aqilina/ epa]

Der Rohölpreis, der Mitte vergangener Woche auf einem Fünfmonatstief lag, ist am Donnerstag (13. Juni) nach unbestätigten Berichten über einen Angriff auf zwei Öltanker im Golf von Oman kurzzeitig gestiegen.

Der Vorfall ereignete sich in der Nähe der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Schifffahrtsstraßen der Welt, über die etwa 30 Prozent des weltweit aus dem Meer stammenden Rohöls transportiert werden.

Die US-Rohöl-Futures stiegen in Reaktion auf den Vorfall um bis zu vier Prozent.

Der plötzliche Sprung illustriert vor allem die Angst und Unsicherheit an den Ölmärkten, da die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran zunehmen. Vor einigen Wochen beschuldigte die US-Regierung den Iran, hinter einem Angriff auf zwei saudische Öltanker mit Marineminen zu stecken. Teheran wies diese Anschuldigung zurück.

Der Iran erklärte Ende vergangene Woche indes, nach dem Vorfall am Donnerstag seien 44 Seeleute gerettet worden.

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Der Außenminister will eine militärische Eskalation im Iran verhindern. Er sprach mit seinem Amtskollegen Mike Pompeo aus den USA über die Spannungen.

Die Situation ist nach wie vor unklar. Besatzungsmitglieder des einen Schiffes teilten mit, die Ursache des Vorfalls sei unbekannt, während die andere Mannschaft nahelegte, es handele sich um einen „vermuteten Angriff“.

Der Schiffseigner, die Bernhard Schulte GmbH & Co KG, sagte in einer Erklärung auf ihrer Website, der Rumpf eines der Schiffe sei zwar über der Wasserlinie durchbrochen worden, das Schiff aber nicht vom Untergang bedroht.

Angst vor Iran-Konflikt

Die Aussicht auf eine Konfrontation zwischen den USA – möglicherweise mit Unterstützung von Saudi-Arabien – und dem Iran hat die Energiemärkte erschüttert.

Die Trump-Administration hatte nach der Entscheidung des Präsidenten, sich aus dem multilateralen Atomabkommen zurückzuziehen, wieder Sanktionen gegen Länder und Unternehmen verhängt, die Geschäfte mit dem Iran machen. Im Mai beendete die Trump-Regierung ihre tolerantere Haltung gegenüber Unternehmen, die iranisches Öl kaufen.

Saudi-Arabien und der Iran sind derweil weiterhin auf unterschiedlichen Seiten an einem Stellvertreterkrieg im Jemen beteiligt.

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Hinter den von Ministern der Macron-Regierung unter Druck gesetzten Journalisten versammelten sich französische Zeitungen, Fernsehsender und Agenturen aller politischen Richtungen. Diese Ungerechtigkeit muss ein Ende haben, schreiben Yannick Jadot und Sven Giegold. 

Öl-Probleme und Handelskrieg

Die neuen Spannungen im Nahen Osten kommen erschwerend zu den zunehmend problematischen Handelsbeziehungen zwischen Washington und Peking hinzu.

Auch diese Streitigkeiten haben Auswirkungen auf die Ölmärkte: Die Ölpreise sind infolge des drohenden Handelskrieges gesunken, da die Anleger zunehmend besorgt sind, die Nachfrage könne abnehmen.

Die US-Regierung hat bereits 25-prozentige Zölle auf chinesische Waren im Wert von 250 Milliarden US-Dollar (221 Milliarden Euro) eingeführt. Peking reagierte seinerseits mit einer Erhöhung der Zölle auf US-Importe.

Trump droht, die Zölle auf alle restlichen Importe aus China auszudehnen – es sei denn, auf dem anstehenden G20-Gipfel in Japan Ende dieses Monats kann eine Einigung erzielt werden.

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