Merkel warnt vor Pandemien – Bedrohung gesamter Weltwirtschaft

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Angela Merkel verspricht weitere Finanzspritzen für die Integration von Flüchtlingen. [Foto: dpa]

Die Bundeskanzlerin warnt eindringlich vor den Gefahren von grenzenüberschreitenden Epidemien. Zum ersten Mal soll es darum ein Treffen der G20-Gesundheitsminister geben.

„Wir müssen klare Reaktionspläne haben“, sagte Merkel am Mittwoch in Berlin auf einem Wirtschaftstreffen B20 der deutschen G20-Präsidentschaft. „Weil eine Epidemie an einem Ort der Welt, die sich dann vielleicht auch noch schnell ausbreitet, die Wirtschaft der gesamten Welt in Mitleidenschaft ziehen kann“, sagte sie. Deshalb werde es diesmal zum ersten Mal ein Treffen der G20-Gesundheitsminister geben.

„Sie werden sozusagen eine erste theoretische Pandemieübung machen, zusammen mit Weltbank und der Weltgesundheitsorganisation“, sagte Merkel mit Blick auf das Treffen am 19. und 20. Mai. Bei einer Pandemie verbreitet sich eine Infektionskrankheit über mehrere Länder und Kontinente.

"Afrika darf nicht nur Zuschauer bei globalen Entscheidungen sein"

Die Idee eines Marshall Plans für Afrika sei grundsätzlich gut – doch zu viel werde noch über statt mit Afrika gesprochen, kritisiert der EU-Botschafter der Afrikanischen Union Ajay Bramdeo. Im Interview spricht er über Vertrauen, die Rolle von Gesundheitspolitik in Afrikas Entwicklung und darüber, was er sich von Angela Merkel beim G20-Gipfel wünscht.

Die Kanzlerin forderte zudem Versicherungslösungen für Staaten, in denen eine Pandemie ausbrechen könnte. Davon hänge „unglaublich viel“ für die ganze Welt ab. Denn Regierungen würden den Ausbruch von Epidemien möglicherweise nicht melden, wenn sie befürchten müssten, dass ihr Land dann für fünf bis zehn Jahre ins Chaos stürzen könnte. Dies sei eine Lehre aus der Ebola-Epidemie 2014.

Merkel hatte bereits im Februar vor den Gefahren von Pandemien gewarnt. Deshalb habe sich die deutschen G20-Präsidentschaft entschieden, dieses Thema auf die Tagesordnung der 20 wichtigsten Industrienationen zu setzen.

Ebola: "Der Virus ist noch immer da"

Ebola forderte in Westafrika 11.000 Menschenleben, löste weltweit Panik aus und veranlasste die EU und ihre Staaten zu Milliarden-Hilfen. Manche Lehren seien in der Hysterie untergegangen, warnt der Autor Paul Richards im Interview mit EURACTIV Brüssel.

Deutschland hat sich auch dem Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen und vernachlässigte Tropenkrankheiten verschrieben, an denen 1,4 Milliarden Menschen leiden.

Ebola: Erforschung armutsbedingter Krankheiten mangelhaft

Mehr als 11.000 Opfer forderte die jüngte Ebola-Epidemie. Die Impfallianz will nun die Entwicklung eines Ebola-Impfstoffes fördern – denn ohne öffentliche Gelder schenken Laboratorien den Krankheiten der Ärmsten kaum Beachtung. EURACTIV Frankreich berichtet.

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