Merkel: EU braucht mehr Freihandel mit Südamerika

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Bundeskanzlerin Angela Merkel setzt auf Handels-Deals und ein Fortsetzen des Pariser Klimaabkommens. [360b/ Shutterstock]

Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich für ein „faires“ Handelsabkommen zwischen der EU und dem südamerikanischen Wirtschaftsblock Mercosur einsetzen. EURACTIV Brüssel berichtet.

In ihrer wöchentlichen Videobotschaft sagte Merkel am Samstag, sie sei „sehr erfreut“ über das Interesse der Länder des südamerikanischen Wirtschaftsblocks Mercosur an einem Freihandelsabkommen.

Am kommenden Mittwoch wird Bundeskanzlerin Angela Merkel Uruguays Präsidenten, Tabaré Vázquez, in Berlin empfangen. „Wir sind grundsätzlich für internationale Handelsbeziehungen und sind deshalb auch sehr erfreut, dass Bewegung in die Mercosur-Länder gekommen ist“, betont sie in ihrem wöchentlichen Video-Podcast vom 4. Februar. „Und deshalb geht es darum, dass wir zum Schluss ein faires Abkommen haben, wo die Interessen Europas genauso berücksichtigt werden wie die Interessen Lateinamerikas.“

Gleichzeitig gesteht sie ein, dass der Zugang zum EU-Markt für Agrarprodukte aus dem Mercosur ein schwieriges Thema sein werde. Immerhin leistet die EU hohe Subventionen an ihre Landwirte.

Freihandelsabkommen: Neue Gespräche mit Mercosur

Die EU und der Mercosur-Block könnten bald ein Freihandelsabkommen abschließen, so der argentinische Handelsminister Miguel Braun. Nach dem Brexit sei auch ein separater Deal mit Großbritannien denkbar. EURACTIV Brüssel berichtet.

Der Mercosur umfasst Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und Venezuela – wobei die Mitgliedschaft des Letzteren derzeit auf Eis liegt, da das Land gegen demokratische und handelspolitische Standards verstoßen habe.

Die nächste Verhandlungsrunde zwischen der EU und dem Mercosur ist für März anberaumt. Sie wird vor dem Hintergrund der neuen US-Präsidentschaft stattfinden, die sich gegen den internationalen Handel stellt und die Transpazifische Partnerschaft (TPP) hat platzen lassen. Präsident Donald Trump übte bereits scharfe Kritik an NAFTA, dem Abkommen zwischen Kanada, Mexiko und den USA, welches er als „eine Katastrophe für unser Land“ bezeichnete. Wahrscheinlich wird er auch jedweden Versuch blockieren, ein Freihandelsabkommen mit der EU auszuhandeln.