Medien: Anklage gegen Ex-VW-Chef Winterkorn stützt sich auf vier Kronzeugen

Martin Winterkorn bestreitet, von den Manipulationen gewusst zu haben. [EPA-EFE/JULIAN STRATENSCHUKTE]

Im Dieselskandal wollen einem Medienbericht zufolge vier Kronzeugen gegen den ehemaligen VW-Chef Martin Winterkorn aussagen. Sie sollen vor Gericht bezeugen, dass Winterkorn schon vor Bekanntwerden der Abgasmanipulationen durch die US-Umweltbehörde davon wusste, wie am Freitag die „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR berichteten. Die vier Zeugen der Anklage sind demnach alle ranghohe VW-Mitarbeiter und selbst Beschuldigte im Verfahren.

EU-Kommission erwägt Strafen gegen deutsche Autobauer

Volkswagen, Daimler und BMW drohen Strafen wegen Absprachen bei ihrer Abgastechnik – etwa wurden keine Partikelfilter gegen Feinstaub in Bezinautos eingebaut. 

Winterkorn habe sich gegen eine Offenlegung des Betrugs entscheiden und gehofft, die Gesetzesverstöße weiter verschleiern zu können, lautet dem Bericht zufolge einer der zentralen Vorwürfe der Anklage. Am 27. Juli 2015 sollen demnach drei VW-Beschäftigte unabhängig voneinander Winterkorn über die Manipulationen informiert haben. Der ehemalige VW-Chef erklärte stets, er habe erst im September 2015 von den Abgasmanipulationen erfahren.

Volkswagen hatte im September 2015 nach Ermittlungen von US-Behörden eingeräumt, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine illegale Software eingesetzt zu haben. Diese drückte den Schadstoffausstoß bei Emissionstests, damit dieser niedriger erschien.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte am 15. April Anklage gegen Winterkorn erhoben. Ihm und vier weiteren Führungskräften des VW-Konzerns wird unter anderem ein „besonders schwerer Fall des Betruges“ vorgeworfen. Bis zum Beginn eines möglichen Gerichtsprozesses werden nach Angaben des Landgerichts Braunschweig aber noch mehrere Monate vergehen. Zunächst müssen die fast 700 Seiten Anklageschrift der Staatsanwaltschaft geprüft werden.

Weitere Kartell-Untersuchung gegen deutsche Autobauer

Die EU-Kommission erklärte, die Hersteller könnten sich abgesprochen haben, um die Entwicklung von Abgaspartikelfiltern zu behindern und nicht miteinander in Konkurrenz zu treten.

 

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