May: UK wird „Anwalt für freie Märkte und freien Handel“

Die britische Premierministerin Theresa May während ihrer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. [Foto: Screenshot]

Großbritannien wird nach den Worten von Premierministerin Theresa May nach dem Austritt aus der EU nicht in Protektionismus zurückverfallen.

Ihr Land werde eine neue Führungsrolle als „Anwalt für freie Märkte und freien Handel überall in der Welt“ übernehmen, sagte May heute beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

Großbritannien werde neue Handelsabkommen mit „alten Freunden und neuen Verbündeten weltweit“ schließen, fügte sie hinzu. Ihre Regierung führe bereits Gespräche mit Australien, Neuseeland und Indien.

May hatte am Dienstag in London verkündet, dass Großbritannien bei seinem Austritt aus der EU auch den Europäischen Binnenmarkt verlassen wird. Mehrere größere Banken planen deshalb nach eigenen Angaben, einen Teil ihrer Belegschaft vom Finanzplatz London abzuziehen und auf andere Finanzplätze innerhalb der EU, darunter vor allem Frankfurt am Main und Paris, zu verteilen.

May bekräftigte in Davos, dass ihr Land auch ein „ambitioniertes Freihandelsabkommen“ mit der EU abschließen wolle. Doch machten mehrere EU-Vertreter erneut klar, dass dies mit Auflagen verbunden sei. Großbritannien könne nicht alle Vorteile eines Club-Mitglieds haben, „wenn es dem Club nicht mehr angehört“, sagte EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici.

Der Verhandlungsführer des Parlaments bei den Brexit-Gesprächen, Guy Verhofstadt, schrieb am Donnerstag im „Guardian“, es sei eine „Illusion“ zu glauben, dass Großbritannien die EU verlassen könne, um dann in die „besten Teile des europäischen Projekt“ zurückzukehren. Berichten zufolge soll die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde,
„schmerzhafte“ Brexit-Verhandlungen vorhergesagt haben. Am Ende werde ein Abkommen stehen, dass „nicht so gut sein“ werde wie eine EU-Mitgliedschaft.

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