Maas setzt auf trilaterale Kooperation EU-Japan-USA

Die Außenminister Deutschlands und Japans, Heiko Maas und Tarō Kōno. [Japanische Botschaft in Deutschland]

Bei seinem Besuch in Tokio hat sich Bundesaußenminister Heiko Maas für eine enge Kooperation mit Japan in Fragen des Freihandels und der Reform der Welthandelsorganisation (WTO) ausgesprochen.

Beide Länder sollten auf der Basis gemeinsamer Werte zusammen gegen unfaire Handelspraktiken kämpfen, sagte Maas am Mittwoch in Tokio. Trotz Meinungsverschiedenheiten mit US-Präsident Donald Trump gebe es aber auch mit den USA gemeinsame Interessen. “Es ist deshalb richtig, weiter auf trilaterale Kooperation zwischen Japan, der EU und den USA zu setzen – wo immer dies möglich ist – um das internationale Handelssystem zu stärken und die USA an Bord zu halten”

Über den Kurznachrichtendient Twitter ergänzte Maas: “Für mich sind die USA kein Gegner, sondern unser wichtigster Partner und Verbündeter außerhalb der EU”. Mit Blick auf Konflikte mit US-Präsident Donald Trump schrieb er: “Amerika ist größer als das Weiße Haus”. Da könne Trump so viel “twittern, wie er will”.

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In seiner Rede in Tokio sprach der deutsche Minister zudem von der Notwendigkeit, die Welthandelsorganisation WTO zu modernisieren. “Ich denke dabei zum Beispiel an moderne Regeln für den digitalen Handel oder für den Umgang mit Staatsunternehmen”, sagte er laut Redetext. Deutschland und Japan könnten als Vordenker für eine solche Reform agieren. Eine enge Kooperation beider Länder biete sich abseits dessen beim Umfang mit künstlicher Intelligenz und bei der Digitalisierung der Arbeits- und Lebenswelt an.

Die EU und Japan hatten vergangene Woche ein Freihandelsabkommen unterzeichnet, mit dem die größte Freihandelszone in der Welt entsteht. Maas sieht das als Beleg dafür, dass ein freier Handel mit verlässlichen Regeln allen Beteiligten nütze.

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