Lissabon und Neu Delhi hoffen auf EU-Indien-Gespräche im Mai

Indiens Ministerpräsident Narendra Modi (r.) und sein portugiesischer Amtskollege Antonio Costa während eines Treffens in Neu Delhi am 19. Dezember 2019. [EPA-EFE/STR]

Die portugiesische Regierung hofft, die Verhandlungen über Handel und Investitionen zwischen der EU und Indien bei einem Gipfeltreffen am 8. Mai in Porto wieder aufnehmen zu können. Neben den Staats-und Regierungschefs der 27 EU-Staaten soll dann auch der indische Premierminister Narendra Modi nach Portugal kommen.

Die Hoffnung wurde am Dienstag von der indischen Finanzministerin Nirmala Sitharaman und dem portugiesischen Außenminister Augusto Santos Silva nach einem Treffen per Videokonferenz bekräftigt.

Die Verhandlungen über verstärkte Handelsbeziehungen waren 2007 gestartet, sind aber seit 2013 weitgehend zum Stillstand gekommen. Ihre Wiederaufnahme würde in Lissabon als „Triumph“ für die portugiesische EU-Ratspräsidentschaft gewertet werden. Eine der Prioritäten der Ratspräsidentschaft ist die „Stärkung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen“ zwischen der Union und dem asiatischen Land.

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Auf Anfrage von Lusa.pt erklärte eine Quelle aus dem portugiesischen Außenministerium, man habe das Ziel, den Dialog zwischen der EU und Indien zu erleichtern. Man hoffe auf ein erfolgreiches Treffen der Staats- und Regierungschefs in Porto und halte es für äußerst wichtig, dass die Verhandlungen über Handel und Investitionen wieder aufgenommen würden.

In einer Reihe von Tweets, die nach dem Treffen abgesetzt wurden, verwies die indische Finanzministerin Sitharaman ebenfalls auf die „Notwendigkeit, auf historischen bilateralen Beziehungen aufzubauen, die auf stärkeren wirtschaftlichen und finanziellen Verbindungen basieren, und die einer Partnerschaft des 21. Jahrhunderts entsprechen. Einer Partnerschaft, die auf gegenseitigem Vertrauen und gleichem Engagement beruht.“

Verbesserte Beziehungen zwischen der EU und Indien – die beide danach streben, die Abhängigkeit von China zu verringern – könnten derweil auch eine Möglichkeit bieten, das aktuell schwierige Verhältnis der EU mit Peking „wieder ins Gleichgewicht zu bringen“, hatte Portugals Außenminister Santos Silva bereits Anfang des Jahres in einem Exklusivinterview mit EURACTIV.com betont.

[Bearbeitet von Josie Le Blond]

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