Kreuzfahrtschiffbauer MV Werften meldet Insolvenz an

Die Werft ist ein Kernstück der Schiffbauindustrie im Zentrum des Bundesstaates und arbeitete an einer riesigen neuen Linie von Kreuzfahrtschiffen, den so genannten "Global-Class"-Schiffen. [EPA-EFE / STEFAN SAUER]

MV Werften, ein großes Schiffbauunternehmen mit Standorten in Mecklenburg-Vorpommern und rund 1.900 beschäftigten Mitarbeiter:innen, hat am Montag Insolvenz angemeldet.

Die Werft ist ein zentraler Bestandteil der Schiffbauindustrie des Bundesstaates. Sie arbeitete an einer riesigen neuen Linie von Kreuzfahrtschiffen, den so genannten „Global-Class“-Schiffen. Die mehr als 340 Meter lange Schiffe sollten asiatische Häfen und die Westküste der USA ansteuern.

„Bund und Länder haben alles versucht, um die Werften zu retten“, erklärt Claudia Müller, Koordinatorin für maritime Wirtschaft und Tourismus. Trotz intensiver Verhandlungen mit dem Eigentümer Genting Hongkong sei es nicht gelungen, eine Lösung zu finden.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern und der Bund hatten angeboten, 600 Millionen Euro aus dem Pandemie-Wirtschaftsfonds bereitzustellen. Das von der Pandemie geplagte Genting war jedoch nicht in der Lage oder bereit, die staatlichen Gelder mit seinen Mitteln zu einem Satz von 10% mitzufinanzieren.

Normalerweise müssen bei staatlichen Beihilfen 20% der Mittel durch eigene Mittel ergänzt werden. Angesichts der massiven Arbeitsplatzverluste hatten die Bundesländer jedoch verzweifelt versucht, dem Unternehmen bei der Finanzierung entgegen zu kommen.

Allein bei MV Werften stehen 1.900 Beschäftigte vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes, im Dezember hatten sie bereits ihre Löhne nicht erhalten. In der gesamten Lieferkette sind weitere 1.500 Arbeitsplätze gefährdet.

Diese Arbeitnehmer:innen müssen nun in anderen Branchen Arbeit finden oder umgeschult werden. „Es ist für uns sehr wichtig, das vorhandene Know-how auch tatsächlich zu erhalten“, so Müller.

Zu diesem Zweck „gibt es bereits Transfergesellschaften, die von Genting und auch von Bund und Ländern co-finanziert wurden“, die nach Abstimmung mit der Arbeitnehmervertretung Maßnahmen ergriffen haben, sagte Müller auf Nachfrage von EURACTIV.

Das Schicksal des massiven, 1 Milliarde Euro schweren Kreuzfahrtschiffs „Global Dream“, das sich derzeit im Bau befindet, bleibt unklar.

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