Kommission senkt Wachstumsprognose

Die Handelskonflikte belasten die Wachstumsaussichten der Eurozone. [Alexander Stielau/Flickr]

Angesichts der handelspolitischen Auseinandersetzungen mit den USA hat die EU-Kommission ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in der Eurozone gesenkt.

Die Brüsseler Behörde erklärte am Donnerstag, dass sie in 2018 ein Plus von 2,1 Prozent erwarte, das sind 0,2 Punkte weniger als noch im Mai prognostiziert Für das kommende Jahr geht die EU-Kommission unverändert von einem Wachstum von 2,0 Prozent aus.

Europa verzeichne weiterhin ein „solides Wachstum“, erklärte Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis. Die Abwärtskorrektur gegenüber der Mai-Prognose zeige jedoch, „dass ein ungünstiges außenwirtschaftliches Umfeld das Vertrauen dämpfen und das Wirtschaftswachstum belasten können“.

"Ein Zerfall der EU ist möglich, wenn nicht gegengesteuert wird"

Wichtige und kontroverse Themen stehen auf der Agenda des anstehenden EU-Gipfels – von der Verteidigungsunion über die Asylpolitik und die globalen Handelskonflikte bis zu den Euro-Reformen. EURACTIV sprach mit Michael Georg Link.

Die USA erheben seit dem 1. Juni Strafzölle von 25 Prozent auf Stahl sowie zehn Prozent auf Aluminium aus Europa. Die Europäische Union reagierte mit Gegenzöllen, nun droht US-Präsident Donald Trump auch mit Zöllen auf den Import europäischer Autos. Eine besonders aus deutscher Sicht schmerzhafte Perspektive. Daher ging die Prognose für Deutschland um 0,4 Prozentpunkte deutlich überdurchschnittlich zurück.

Die Abwärtskorrektur spiegele „die Auswirkungen der gespannten Handelsbeziehungen und der politischen Unsicherheit auf das Vertrauen sowie die steigenden Energiepreise wider“, teilte EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici mit. „Handelskriege kennen keine Sieger, nur Verlierer“, warnte der Franzose. In den USA sieht man das allerdings anders. Wer große Defizite hat, hat im Handelskrieg nicht so viel zu verlieren.

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