Katar plant Investitionen von 10 Milliarden in Deutschland

Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Emir von Katar, Sheich Tamim bin Hamad Al Thani und Berlins Oberbürgermeister Michael Müller auf der heutigen Konferenz. [Jens Schlüter/epa]

Zum Auftakt der Deutsch-Katarischen Wirtschaftskonferenz in Berlin hat das Land seine wirtschaftlichen Ambitionen in Deutschland dargelegt. In den kommenden Jahren will das Land zehn Milliarden Euro in Deutschland investieren.

„Es freut mich, dass Katar auch zunehmendes Interesse an Investitionen am Standort Deutschland zeigt“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegenüber Katars Emir Tamim bin Hamad al-Thani. Diese Investitionen seien in der Bundesrepublik „sehr willkommen“.

Deutschland sei insbesondere wegen der verlässlichen Rahmenbedingungen und der guten wirtschaftlichen Lage ein „attraktiver Investitionsstandort“, fügte Merkel hinzu. Die Unternehmen des Landes hätten international einen „hervorragenden Ruf“.

Dabei hob Merkel vor allem die Rolle des Mittelstands hervor, der als Arbeitgeber und Ausbilder im deutschen Wirtschaftssystem unverzichtbar sei. Dort gebe es viele „Hidden Champions“ (Heimliche Champions) – also Unternehmen, die in ihrer Branche international führend, aber öffentlich wenig bekannt sind, da sie beispielsweise nicht an der Börse notiert sind. Gerade mittelständische Unternehmen seien es, die „unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit bestimmen“, sagte die Kanzlerin.

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Katar wiederum sei zwar in geografischer Hinsicht klein, in wirtschaftlicher aber groß, sagte Merkel. Inzwischen sei das Emirat „eines der wohlhabendes Länder der Welt“.

Zudem sei Katar der weltweit größte Exporteur von Flüssiggas. Dies habe an Bedeutung gewonnen: Flüssiggas könne „zur Diversifizierung der Gasbezugsquellen“ beitragen und damit auch der Versorgungssicherheit dienen. Auch in Deutschland gebe es bereits Überlegungen zum Bau eines Importterminals für Flüssiggas.

Insgesamt böten sich „viele Chancen für den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen“, sagte Merkel. Dies sei wichtig, gerade auch vor dem Hintergrund der angespannten Lage in der Golfregion. Deutschland bedauere die Krise und unterstütze alle Bemühungen zur Streitbeilegung.

Katar befindet sich seit mehr als einem Jahr in einem Konflikt unter anderem mit Saudi-Arabien. Im Juni des vergangenen Jahres hatten die Führung in Riad sowie die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten ihre Beziehungen zu Katar abgebrochen, weil sie dem Emirat die Unterstützung von Terroristen und zu enge Beziehungen zu Saudi-Arabiens Erzfeind Iran vorwerfen. Doha weist die Anschuldigungen zurück.

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