IWF bestätigt: Schuldenschnitt für Griechenland ist unnötig

EU Europa Nachrichten

IWF-Chefin Christine Lagarde hält einen Schuldenschnitt für Griechenland derzeit nicht für nötig [International Monetary Fund Follow / Flickr]

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hält eine Umstrukturierung der griechischen Staatsschulden für unumgänglich.

Ein Schuldenschnitt sei zwar „im Moment“ nicht nötig, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde am Mittwoch nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin der ARD. Allerdings müssten die gegenwärtigen Schulden umstrukturiert werden – etwa durch eine Senkung der Zinsen oder eine Verzögerung der Fälligkeitstermine.

Lagarde äußerte sich positiv über die griechische Regierung, die den Forderungen der internationalen Geldgeber entgegengekommen sei. „Wir sind jetzt sehr viel optimistischer“, sagte sie in dem ARD-Interview. Weitere Fortschritte mahnte die IWF-Chefin insbesondere bei der Rentenreform und der Steuerreform in Griechenland an.

Es werde letztlich vom weiteren Erfolg der griechischen Reformmaßnahmen abhängen, ob ein Schuldenschnitt vermieden werden könne und welchen Umfang eine Umstrukturierung haben müsste, sagte Lagarde weiter.

Der IWF ist bislang nicht am aktuellen Kreditprogramm für Griechenland beteiligt, die Bundesregierung hätte ihn gerne mit an Bord. Es gibt aber Streitpunkte zwischen dem IWF und den europäischen Geldgebern: Die Washingtoner Finanzinstitution fordert erleichterte EU-Haushaltsziele für Griechenland und hatte in der Vergangenheit auch einen Schuldenschnitt ins
Spiel gebracht – einen Schritt also, den etwa Deutschland konsequent ablehnt.

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