Italien: Die faulen Kredite bleiben

Die Nationalbank von Rom [George Groutas/Flickr]

Auf italienische Banken entfällt ein Drittel aller faulen Kredite der von der EZB beaufsichtigten Banken. Doch es gibt weiterhin kaum Fortschritte.

Italiens Banken haben bislang kaum Fortschritte beim Abbau ihrer faulen Kredite erzielt.

Ende September saßen die 14 größten Institute des Landes immer noch auf Problemdarlehen im Volumen von 284,4 Milliarden Euro. Das sind nur 1,6 Milliarden Euro weniger als drei Monate zuvor, wie aus am Dienstag vorgelegten Daten der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht. Auf italienische Geldhäuser entfällt damit rund ein Drittel aller faulen Kredite der von der EZB beaufsichtigten Banken in der Währungsunion.

Zuletzt stand besonders das Institut Monte dei Paschi di Siena in den Schlagzeilen, das dringend seine Kapitaldecke verstärken muss.

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Das ohnehin überschuldete Italien wird seine drittgrößte Bank mit staatlichen Geldern stützen. Doch ob die Summe von 20 Milliarden Euro reicht, ist fraglich. Antworten auf die drängendsten Fragen von EURACTIVs Medienpartner „WirtschaftsWoche“.

Die Regierung in Rom hatte kürzlich beschlossen, das Kriseninstitut mit einer Milliardenspritze zu retten. Weil die 1472 gegründete Bank nicht genügend Geld bei privaten Investoren auftreiben konnte, wird damit gerechnet, dass die Regierung rund 6,6 Milliarden Euro zuschießen muss und dafür 70 Prozent übernimmt.

Der Umgang mit notleidenden Darlehen ist nicht nur in Italien ein Thema. Um das Problem europaweit in den Griff zu bekommen, hatte die Bankenregulierungsbehörde EBA am Montag die EU dazu aufgefordert, eine mit öffentlichen Mitteln finanzierte Bad Bank zu gründen. Sie soll dann einen Teil der Problemdarlehen aufkaufen.

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