Iran kauft hundert Airbus-Flugzeuge

Airbus weist gute Zahlen auf, ist aber weiterhin mit Risiken konfrontiert. [AIRBUS]

Der Milliarden-Deal zwischen dem europäischen Flugzeugbauer Airbus und der staatlichen Fluggesellschaft Iran Air ist unter Dach und Fach. In den kommenden zehn Jahren braucht das Land 400 bis 500 neue Flugzeuge.

Fast ein Jahr nach der ersten Kaufvereinbarung haben der Iran und der europäische Flugzeugbauer Airbus die Bestellung von 100 Maschinen unter Dach und Fach gebracht. Der Vertrag sei unterzeichnet, teilte Airbus mit. Demnach erhält die staatliche iranische Fluggesellschaft Iran Air 46 Flugzeuge vom Typ A320, 38 vom Typ A330 und 16 vom Typ A350. Die Auslieferung soll zu Beginn des nächsten Jahres starten.

Die Maschinen haben laut einem Airbus-Sprecher einen Listenpreis von insgesamt rund 20 Milliarden Dollar (19,2 Milliarden Euro). Damit fällt das Geschäft kleiner aus als im Januar anvisiert. Damals war die Rede von insgesamt 118 Maschinen im Wert von mehr als 25 Milliarden Dollar gewesen. Airbus sollte unter anderem zwölf Maschinen vom Typ A380 liefern. Allerdings wurde dies später aufgegeben, weil der Flughafen Teheran nicht auf diese Riesenflieger ausgelegt ist, wie aus informierten Kreisen verlautete.

Boeing-Urteil: Ein Sieg ohne Gewinner?

Seit mehr als zehn Jahren streiten die weltgrößten Flugzeugbauer vor der WTO. Wer erhält unzulässige Hilfen? Wer verzerrt den Wettbewerb? Nun hat Airbus einen Teilerfolg erzielt, doch auch Boeing sieht sich als Gewinner. Profitieren könnte ein Dritter.

Der nun unterzeichnete Vertrag umfasst laut Airbus-Chef Fabrice Brégier auch Vereinbarungen zum Pilotentraining sowie zur Übernahme von Aufgaben am Flughafen und zur Luftraumkontrolle. Es handele sich insgesamt um „einen bedeutenden Schritt“ in der Modernisierung der zivilen Luftfahrt im Iran.

Neben Airbus verkauft auch der US-Konkurrent Boeing dem Iran Flugzeuge: Beide Seiten unterzeichneten am 11. Dezember einen Vertrag über die Lieferung von 80 Maschinen im Wert von rund 16,6 Milliarden Dollar. Nach Angaben der zivilen Luftfahrtorganisation im Iran braucht das Land innerhalb der kommenden zehn Jahre etwa 400 bis 500 neue Flugzeuge.

Die bisherige Flotte ist stark veraltet. Hintergrund sind die über lange Zeit geltenden westlichen Sanktionen gegen den Iran wegen des Streits um das Atomprogramm des Landes. Die meisten Strafmaßnahmen wurden mit Inkrafttreten des Atomabkommens im Januar 2016 aufgehoben.

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