Inflation und Treibstoffpreise in Albanien erreichen historische Höchstwerte

Die Preise steigen schon seit einiger Zeit, wurden aber durch den Einmarsch Russlands in der Ukraine, der die Kosten für Treibstoff, Energie, Lebensmittel und Düngemittel in die Höhe getrieben hat, noch weiter verschärft. Da auch die Kraftstoffpreise mit 258 Lek (2,15 Euro) pro Liter so hoch wie nie zuvor sind, sind auch Grundnahrungsmittel wie Brot, Speiseöl und Milchprodukte teurer geworden. [Shutterstock/Denys Kurbatov]

Die Inflation kletterte im Mai auf einen historischen Höchststand von 6,7 Prozent, während sich die Inflationsrate für Lebensmittel sogar im zweistelligen Bereich befindet. Für die albanischen Haushalte, die noch immer unter den Folgen der Corona-Pandemie leiden, stellt dies ein Problem dar.

Die Preise steigen schon seit einiger Zeit, wurden aber durch den Einmarsch Russlands in der Ukraine, der die Kosten für Treibstoff, Energie, Lebensmittel und Düngemittel in die Höhe getrieben hat, noch weiter verschärft. Da auch die Kraftstoffpreise mit 258 Lek (2,15 Euro) pro Liter so hoch wie nie zuvor sind, sind auch Grundnahrungsmittel wie Brot, Speiseöl und Milchprodukte teurer geworden.

Nach den offiziellen Daten von INSTAT, das statistische Amt des Landes, stiegen die Verbraucherpreise im Mai im zweistelligen Bereich, verglichen mit einem Anstieg von nur 1,8 Prozent im Vorjahr.

Im Mai erhöhten sich die Kosten für Transportmittel einschließlich Kraftstoff, öffentliche und private Verkehrsmittel um 21,7 Prozent, gefolgt von Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken um 11,4 Prozent. In Hotels, Cafés und Restaurants stiegen die Preise um 5,3 Prozent, während Alkohol und Zigaretten um 5 Prozent teurer wurden.

Im Ernährungssektors stiegen die Preise für Speiseöle und -fette in nur einem Monat um fast 30 Prozent, gefolgt von Brot und Getreideprodukten mit 18,6 Prozent, Milchprodukten mit 18,4 Prozent, Süßigkeiten mit 15 Prozent, Gemüse mit 13 Prozent und Fleisch mit 7,8 Prozent. Dies ist auf die Erhöhung der Produktions- und Transportkosten und die drohende weltweite Hungersnot zurückzuführen.

Als eines der ärmsten Länder Europas leiden die Albaner:innen besonders unter der allgemeinen Preiserhöhung. Ein Drittel der Bevölkerung des Landes lebte bereits unterhalb der Armutsgrenze, und Tausende weitere laufen Gefahr, die Grenze zu überschreiten und sich das Nötigste nicht mehr leisten zu können.

Einem aktuellen Bericht der Weltbank zufolge ist Albanien das zweitschlechteste Land in der Region, wenn es um die staatliche Unterstützung der Bürger:innen bei der Bewältigung der Pandemie und der aktuellen Krise geht.

Nur 0,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wird für Maßnahmen zur Unterstützung der Bürger:innen durch Sozialleistungen, Krisenpakete und direkte Subventionen verwendet. Serbien war mit 2 Prozent Spitzenreiter in der Region.

Und das, obwohl die Staatskasse von Januar bis April 2022 im Vergleich zum Vorjahr um rund 300 Millionen Euro zugenommen hat, da die Steuereinnahmen aufgrund der höheren Preise gestiegen sind.

Sogar die albanische Zentralbank hat zu mehr Investitionen in die Sozialhilfe aufgerufen. Gouverneur Gent Sejko sagte, es sei wichtig, die Bedürftigen zu unterstützen und gleichzeitig die nicht prioritären Ausgaben zu kürzen.

Er forderte eine Steuerpolitik zur Unterstützung derjenigen Personen und Unternehmen, die am stärksten von der Inflation betroffen sind, und fügte hinzu, dass dies durch zusätzliche Einnahmen aus Preissteigerungen finanziert werden sollte.

„Auf diese Weise wird die Intervention wirksam sein, aber die Indikatoren für die Staatsverschuldung nicht beeinträchtigen“, sagte er.

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