ICC fordert von EU Einlenken im Zoll-Konflikt mit den USA

Oliver Wieck, Generalsekretär der Internationalen Handelskammer (ICC) Deutschland [flickr/Stephan Röhl]

Im Streit um Zölle müssen die Europäer den USA nach Ansicht der Internationalen Handelskammer (ICC) entgegenkommen.

„Dem US-Präsidenten scheint es mit Blick auf Europa nur vordergründig um Stahl und Aluminium zu gehen. Offensichtlich hat er vielmehr die EU-Zölle auf Autos aus den USA im Blick“, sagte Oliver Wieck, Generalsekretär der Internationalen Handelskammer (ICC) Deutschland, dem „Handelsblatt“ (Montagausgabe).

Diese seien tatsächlich deutlich höher und „deshalb sollte die EU hier Gesprächsbereitschaft
signalisieren“, sagte er.

Andererseits belegten beispielsweise die USA Pick-Ups mit 25 Prozent Einfuhrzoll. „Es gibt also Spielraum für Angleichungen“, sagte Wieck. US-Regierung und EU-Kommission sollten sich deshalb zusammensetzen, um die Differenzen aus dem Weg zu räumen. „Dann sollte es neben dem Zollabbau aber auch um den Abbau nicht-tarifärer Hemmnisse und einen engeren regulatorischen Dialog gehen“, sagte Wieck.

Mit dem geplanten Freihandelsabkommen TTIP liege ein gutes Konzept vor. Die TTIP-Verhandlungen liegen allerdings seit Mitte 2017 auf Eis. Dennoch könnten Europäer und Amerikaner „Bestandteile von TTIP wieder aufgreifen und jetzt ein bilaterales Handels- und Investitionsabkommen verhandeln“, regte Wieck laut „Handelsblatt“ an. Die vorläufige Befreiung der EU von US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium ist nach Überzeugung Wiecks „hilfreich und notwendig, um bei den weiteren Verhandlungen den Druck aus dem Kessel zu nehmen“.

Subscribe to our newsletters

Subscribe

Wissen was in Europas Hauptstädten passiert - abonnieren Sie jetzt unseren neuen 10 Uhr Newsletter.