Hohe Strafe für Chiphersteller Qualcomm

Der Chiphersteller Qualcomm hat Ärger mit der EU-Kommission. [shutterstock]

Die EU-Kommission hat wegen Marktmissbrauchs eine Geldbuße von fast einer Milliarde Euro gegen den US-Chiphersteller Qualcomm verhängt. Qualcomm habe seine „marktbeherrschende Stellung“ bei einer bestimmten Chipsorte ausgenutzt, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager zur Begründung.

„Bei diesen Zahlungen handelte es sich nicht einfach um Preisnachlässe – sie wurden unter der Bedingung geleistet, dass Apple in sämtlichen iPhone- und iPad-Geräten ausschließlich Qualcomm-Chipsätze verwendet“, sagte Vestager weiter. Das Unternehmen soll demnach den Technologie-Giganten Apple fünf Jahre lang dafür bezahlt haben, ausschließlich Qualcomm-Chips in seinen Geräten zu verbauen. Die Strafe beläuft sich auf 997 Millionen Euro.

Interne Unterlagen belegen laut Kommission, dass Apple ernsthaft in Erwägung zog, in Bezug auf einen Teil seiner Basisband-Chipsätze zu Intel zu wechseln. Die von Qualcomm gestellte Ausschließlichkeitsbedingung war ein wesentlicher Faktor dafür, dass Apple sich entschied, einen Anbieterwechsel bis zum Ablauf der Vereinbarung aufzuschieben. Im September 2016, als das Ende der Geltungsdauer der Vereinbarung nahte und die Kosten eines Wechsels trotz der darin enthaltenen Bedingungen begrenzt waren, begann Apple, einen Teil seines Bedarfs an Basisband-Chipsätzen von Intel zu beziehen. Bis dahin jedoch wurden Verbrauchern und anderen Unternehmen durch die Vorgehensweise von Qualcomm die Vorteile eines wirksamen Wettbewerbs in Form von mehr Auswahl und Innovation verwehrt.

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In einer Vereinbarung mit Apple aus dem Jahr 2011 habe sich das Unternehmen aus dem kalifornischen San Diego zu erheblichen Zahlungen dafür verpflichtet, dass Apple in seinen iPhones und iPads ausschließlich Qualcomm-Chipsätze verwendet, erklärte die EU-Kommission. 2013 sei die Vereinbarung bis Ende 2016 verlängert worden. Sowohl die Verbraucher als auch der Wettbewerb seien durch das Verhalten des Unternehmens beeinträchtigt worden.

Qualcomm ist auf dem Weltmarkt mit Abstand der größte Anbieter von Prozessorchips für Smartphones und Tablets. Die Geldbuße entspricht 4,9 Prozent des Umsatzes des Unternehmens im Jahr 2017.

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