Handelskonflikte bremsen Wachstum

Containerschiffe im Hafen von Seebrügge. [shutterstock/ Steve Allen]

Die von US-Präsident Donald Trump ausgelösten weltweiten Handelsstreitigkeiten belasten das Wachstum der Weltwirtschaft, warnt der Internationale Währungsfonds (IWF).

Am Dienstag senkte der Fonds seine Wachstumsprognose für die globale Wirtschaft um jeweils 0,2 Prozentpunkte auf 3,7 Prozent in diesem und im nächsten Jahr. Noch etwas stärker sieht er das exportstarke Deutschland beeinträchtigt, das 2018 und 2019 um jeweils 1,9 Prozent zulegen dürfte – 0,3 Prozentpunkte beziehungsweise 0,2 Prozentpunkte weniger als bislang geschätzt. Exportlastige Volkswirtschaften wie die deutsche sind in Handelskonflikten besonders angreifbar.

Auch der Welthandel wird laut den Prognosen des Fonds in diesem Jahr mit 4,2 Prozent um 0,6 Prozentpunkte und im nächsten mit vier Prozent um 0,5 Prozentpunkte weniger stark ansteigen als bisher erwartet. Die Weltwirtschaft wird damit zwar das Wachstumstempo des Jahres 2017 halten. „Zugleich ist die Expansion aber unausgewogener geworden und dürfte in einigen wichtigen Volkswirtschaften den Höhepunkt überschritten haben“, schrieben die Experten.

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Die größte Belastung seien die Handelskonflikte, allen voran der Streit zwischen den weltweit führenden Volkswirtschaften USA und China. Hinzu kämen Unsicherheiten wie der Brexit oder die Folgen der Zinswende in den USA für viele Schwellenländer.

Daneben beklagte der scheidende IWF-Chefvolkswirt Maurice Obstfeld, dass die Verteilung der Wachstumsfrüchte immer ungerechter werde. „Nicht nur hat sich der langfristige Wachstumstrend in Industrieländern abgeschwächt, die magerer werdenden Vorteile sind auch noch vorrangig bei denen gelandet, denen es relativ gut geht“, kritisierte Obstfeld.

Die USA profitierten zunächst von den Steuerentlastungen der Trump-Regierung. In diesem Jahr rechnet der Fonds mit einem Wachstum von 2,9 Prozent. 2019 entpuppten sich aber die jüngsten US-Importzölle auf chinesische Produkte im Umfang von 200 Milliarden Dollar zur Belastung. Die Wirtschaftsleistung werde dann um 2,5 Prozent zulegen, das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als zunächst angenommen. 2020 und danach werde das US-Wachstum weiter abbröckeln.

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Die Prognose für China senkte der Fonds um jeweils 0,2 Punkte auf 6,6 Prozent in diesem und 6,2 Prozent im nächsten Jahr. Für den Euro-Raum nahmen die Experten ihre Prognose schon für dieses Jahr um 0,2 Punkte auf 2,0 Prozent zurück. Die Prognose für das nächste Jahr beließ die Institution bei 1,9 Prozent.

Generell hält der IWF trotz wachsender Risiken die derzeitigen Wachstumsbeeinträchtigungen für die etablierten Industrieländer für vergleichsweise gering. Stärker getroffen werde die Gruppe der Schwellen- und Entwicklungsländer, für die der Fonds seine Wachstumsschätzungen stärker nach unten schraubte. Eklatante Beispiele hierfür sind die Türkei und Südafrika.

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