Griechenland: Merkel und Hollande fordern Festhalten am Sparkurs

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident François Hollande im Bundeskanzleramt in Berlin. Foto: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande trafen sich in Berlin, um eine gemeinsame Linie im Umgang mit Griechenland festzulegen. Man werde „Griechenland ermutigen, auf dem Reformweg, der den Menschen in Griechenland ja auch sehr viel abverlangt, voranzuschreiten“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande haben sich nach Angaben aus Teilnehmerkreisen bei ihrem Abendessen darauf verständigt, die Krise in der Euro-Zone "gemeinsam und entschlossen" zu überwinden. Bei dem Gespräch etwa über die Situation in Griechenland sei man sich einig gewesen, dass Glaubwürdigkeit der Schlüssel zur Beendigung der Krise sei, hieß es.

Beide hatten bereits zuvor in einem kurzen öffentlichen Auftritt von Griechenland vor der Gewährung weiterer Finanzhilfen die Umsetzung der zugesagten Reformen gefordert. Merkel erklärte, man werde sich über die Situation im Euroraum unterhalten und die Arbeitsagenda für die nächsten Wochen diskutieren. "Das betrifft zum einen die Umsetzung der Beschlüsse von vor dem Sommer, was die Bankenaufsicht anbelangt, und zum anderen natürlich das Thema Griechenland und die Frage, wie wir unseren Kollegen Samaras, der Morgen und in den nächsten Tagen uns beide besuchen wird, empfangen werden. Hierbei ist für mich wichtig, dass wir alle zu unseren Verpflichtungen stehen und vor allen Dingen auch den Troika-Bericht abwarten, um dann zu schauen, was das Ergebnis sein wird. Aber wir werden Griechenland und ich werde Griechenland ermutigen, auf dem Reformweg, der den Menschen in Griechenland ja auch sehr viel abverlangt, voranzuschreiten."

Die erste Zusammenkunft nach der Sommerpause sei "im Bewusstsein und im Sinn der gemeinsamen Verantwortung" verlaufen, die Atmosphäre sei gut gewesen. Die Begegnung diente unter anderem dazu, eine gemeinsame Position für die Treffen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras am Freitag in Berlin und Samstag in Paris zu verabreden.

Hollande hatte vor dem Abendessen betont, man wolle Griechenland in der Euro-Zone halten: "Ich möchte, dass Griechenland in der Euro-Zone bleibt. Das ist mein Wille. Das ist unser Wille und war auch unsere Aussage, seitdem diese Krise begonnen hat. Natürlich muss Griechenland, damit wir dies erreichen, die notwendigen Anstrengungen unternehmen."

Einig seien sich die beiden auch darüber gewesen, dass der syrische Präsident Baschar al-Assad keine Legitimität und politische Zukunft mehr habe, hieß es in Regierungskreisen. Deutschland unterstütze den französischen Vorstoß für eine UN-Sicherheitsratssitzung Ende August, die sich mit der humanitären Lage in Syrien beschäftigen soll. Beide seien zudem besorgt über das umstrittene iranische Atomprogramm.

EURACTIV/rtr

Links

EURACTIV Brüssel: Merkel and Hollande stand united on Greece (24. August 2012)

Dokumente

Bundesregierung: Fokus auf Syrien und den Euro (23. August 2012) 

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