Gespräche über nordamerikanische Handelszone Nafta

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Donald Trump will eine Grenzmauer zwischen Mexiko und des USA bauen. Doch es gibt weiterhin Widerstand. [Foto: DarwelShots/Shutterstock]

Die USA, Kanada und Mexiko verhandeln nach US-Angaben ab August über eine Reform der gemeinsamen Freihandelszone Nafta. Ein Aus für Nafta würde Jobs in der US-Autobranche bedrohen.

Die erste Runde finde vom 16. bis 20. August in Washington statt, sagte der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer am Mittwoch. Er hatte die Hoffnung geäußert, dass die Gespräche bis Jahresende abgeschlossen werden könnte, will aber keine Frist setzen.

Lighthizer stellte am Montag die Zielsetzungen vor. Die US-Regierung will demnach die Handelsbarrieren für landwirtschaftliche Erzeugnisse und Produktionsgüter senken und Subventionen abschaffen, die sich unfair auf den Handel mit den beiden Nachbarländern auswirkten. „Zu vielen Amerikanern wurde durch geschlossene Fabriken, exportierte Arbeitsplätze und gebrochene politische Versprechen Schaden zugefügt“, erklärte Lightizer.

Insider aus Mexiko erklärten, die drei Staaten hätten vereinbart, sieben Verhandlungsrunden abzuhalten. So würden die Diskussionen Anfang des kommenden Jahres abgeschlossen werden. Damit könnte das Thema aus dem mexikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2018 herausgehalten werden.

Agrarsubventionen – Auf dem Weg zu global angeglichenen Bedingungen?

Die EU und Brasilien nähern sich im Rahmen des geplanten EU-Mercosur-Handelsabkommens an. Wie bei wachsendem Freihandel faire Wettbewerbsbedingungen für Landwirte dennoch gesichert werden, dazu haben sie nun einen Vorschlag vorgelegt.

Trump hat damit gedroht, Nafta aufzukündigen, falls in den Verhandlungen keine Verbesserungen für die USA erzielt werden. Nach seiner Darstellung hat das seit 1994 geltende Abkommen dazu beigetragen, das US-Handelsdefizit zu erhöhen und hat zu einem Stellenabbau in seinem Land geführt.

Aus für Nafta und Importsteuern würden Jobs in US-Autobranche bedrohen

Ein Rückzug der USA aus und neue Einfuhrsteuern könnten laut einer Studie in der US-Automobilindustrie zum Verlust von bis zu 50.000 Jobs führen. Außerdem drohten die Autopreise dann um bis zu 1100 Dollar (954 Euro) pro Wagen zu steigen, heißt es in der am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten Studie, die die Beratungsfirma Boston Consulting im Auftrag des Branchenverbands der Auto-Zulieferer (Mema) erstellte.

„Steuer- und Handelspolitik, die Unternehmen zum Zurückverlagern von Stellen zwingen, funktionieren nicht“, sagte Mema-Präsident Steve Handschuh bei einer Pressekonferenz. Der Studie zufolge, würden neue Importsteuern, wie sie US-Präsident Donald Trump angedroht hatte, zu einer Erhöhung der Produktionskosten der Autoindustrie in den USA führen. Dies belaste eine Branche, in der die Gewinnmargen ohnehin gering seien.

In der Studie wird außerdem vorgerechnet, dass Importsteuern im Bereich zwischen 20 und 35 Prozent die Produktionskosten der US-Autoindustrie um 16 bis 27 Milliarden anheben würden. Wenn sich die US-Autos aber um jeweils 650 bis 1100 Dollar verteuerten, werde die Branche voraussichtlich zwischen 25.000 und 50.000 Jobs streichen. Boston Consulting prognostizierte, dies werde insbesondere die Zulieferer von Hightech-Bauteilen treffen, die besonders kostspielig sind.

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