Gesamtmetall fürchtet massiven Bürokratieaufwand durch EU-Entsenderichtlinie

Mit der Europäischen Arbeitsmarktbehörde sollen grenzüberschreitende Kontrollen besser koordiniert werden. [Foto: dpa]

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall fürchtet einen massiven Mehraufwand an Bürokratie durch die Neufassung der EU-Entsenderichtlinie.

„Die neue Entsenderichtlinie würde die Bürokratie vervielfachen“, sagte Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, der WirtschaftsWoche. „Vor allem die Pflicht des Arbeitgebers, bei jeder noch so kurzen Dienstreise ins Ausland den betreffenden Mitarbeiter nachweislich in das Tarifsystem des Ziellandes eingruppieren zu müssen, entbehrt jeglicher Verhältnismäßigkeit.“

Nach konservativen Schätzungen fallen bei deutschen Unternehmen im Jahr 30 Millionen Dienstreisen ins EU-Ausland an. Mit der neuen EU-Entsenderichtlinie würden künftig schon ab der ersten Minute bei einem Auslandsaufenthalt alle Lohnbestimmungen des Gastlands gelten. Das Europaparlament drängt zusätzlich darauf, dass vor jeder Auslandstätigkeit, unabhängig von der Dauer, im Heimatland eine Bestätigung über die Sozialversicherung („A1-Bescheinigung“) beantragt werden muss.

Kompromiss im Streit um EU-Entsenderichtlinie

Im Streit um eine Reform der Entsenderichtlinie hat die EU-Kommission einen Kompromiss vermeldet.

Bisher kann laut Bundesarbeitsministerium bei einer Dienstreise unter einer Woche darauf verzichtet werden. Frankreich fordert die A1-Bescheinigung bereits heute ab dem ersten Tag. „Dies hat bereits zu zahlreichen Verwerfungen bei der Dienstleistungserbringung für deutsche Unternehmen in Frankreich geführt“, sagt Zander. „Diese massiven Probleme drohen nun europaweit.“

Die bulgarische EU-Ratspräsidentschaft strebt bis Ende des Monats eine Einigung zwischen EU-Mitgliedsstaaten und dem Europäisches Parlament zur neuen Entsenderichtlinie an.

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